Skip to main navigation Skip to search Skip to main content

Unterstützte Kommunikation bei Aphasie: Umgang mit elektronischen Kommunikationshilfen im Alltag

Jonka Netzeband, Katharina Roese, Maria Barthel

Abstract

Ziel: Ein Leben mit Aphasie bedeutet für die Betroffenen ein hohes Maß an Einschränkungen im Alltag und limitiert gesellschaftliche Teilhabe. Als Maßnahme einer Unterstützten Kommunikation (UK) bieten elektronische Kommunikationshilfen die Möglichkeit, Lautsprache zu ersetzen. Es bestehen noch viele Wissenslücken auf dem Weg zur zielführenden Integration technischer UK-geräte in die Alltagskommunikation. Dieser Aufsatz beschäftigt sich mit der Einbindung einer elektronischen Kommunikationshilfe in die Alltagskommunikation bei Menschen mit schwergradiger Aphasie.
Methode: In Anlehnung an die Methode des Episodischen Interviews wurden sechs Interviews mit je zwei Personen mit schwergradiger Aphasie, deren engen Angehörigen und Sprachtherapeutinnen geführt die auf der Basis des Grounded Theory Ansatzes ausgewertet wurden.
Ergebnisse: Der alltägliche Umgang mit elektronischer Kommunikationssoftware ist eine Selbstverständlichkeit nicht nur für Gesunde, sondern auch für Personen mit schwergradiger Aphasie nach Schlaganfall. Kamerafunktion und Messengerdienste spielen dabei eine vorrangige Rolle. Bedienbarkeit und Inhalte sind wichtige einflussnehmende Bedingungen für den Umgang mit alternativen Kommunikationsstrategien, ebenso kognitive Fähigkeiten wie Semantik und Gedächtnis. Es fehlt bislang an sprachtherapeutischer Expertise bezogen auf den Umgang mit Möglichkeiten und Maßnahmen Unterstützter Kommunikation insgesamt und hinsichtlich des Einsatzes moderner elektronischer Kommunikationssoftware im Speziellen.
Schlussfolgerung: Elektronische Kommunikationshilfen nehmen einen wichtigen Stellenwert für Menschen mit Aphasie ein. Eine Verknüpfung verschiedener Funktionen in einem Gerät ist zu empfehlen. Im Sinne einer ICF-basierten und teilhabeorientierten Vorgehensweise sollten Theorie und Praxis der Unterstützten Kommunikation in Zukunft fester Bestandteil der sprachtherapeutischen Grundausbildung sein.
Original languageGerman
Article number10
JournalSprachtherapie aktuell: Forschung-Wissen-Transfer
Volume5
Issue number1
Pages (from-to)1-13
Number of pages13
ISSN2199-9511
DOIs
Publication statusPublished - 2018

UN SDGs

This output contributes to the following UN Sustainable Development Goals (SDGs)

  1. SDG 3 - Good Health and Well-being
    SDG 3 Good Health and Well-being
  2. SDG 10 - Reduced Inequalities
    SDG 10 Reduced Inequalities

Research Areas and Centers

  • Health Sciences

DFG Research Classification Scheme

  • 2.22-02 Public Health, Healthcare Research, Social and Occupational Medicine
  • 2.23-07 Clinical Neurology, Neurosurgery and Neuroradiology

Cite this