TY - JOUR
T1 - Akzeptanz, Machbarkeit und Optimierungspotenziale eines Reha-Nachsorgeprogramms zur Bewegungsförderung in der onkologischen Rehabilitation – Eine multiperspektivische, qualitative Befragung
AU - Rutsch, Mercedes
AU - Deck, Ruth
PY - 2025
Y1 - 2025
N2 - In der onkologischen Rehabilitation beansprucht die Bewegungstherapie einen erheblichen Anteil der Therapiezeit. Mit dem Ziel der nachhaltigen Aufrechterhaltung körperlicher Aktivität soll ein Rehabilitationsnachsorgeprogramm für Brustkrebspatientinnen durch den Einsatz einer Reha-Nachsorge-App (ReNaApp) implementiert und im Hinblick auf Akzeptanz, Umsetzbarkeit sowie Optimierungspotenziale evaluiert werden.Der qualitative Studienteil wurde im Rahmen einer quasi-randomisierten Längsschnittstudie im Mixed-Methods-Design durchgeführt. Datenbasis bilden leitfadengestützte Interviews mit Brustkrebs-Rehabilitandinnen der Interventionsgruppe und eine Fokusgruppe mit dem Reha-Team, das in der Umsetzung der Nachsorgeintervention involviert war. Die Rehabilitandinnen wurden drei, sechs und neun Monate nach der Reha befragt und die Fokusgruppe wurde nach Abschluss der Rekrutierung durchgeführt. Das Datenmaterial wurde entsprechend der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.Es fanden 19 Interviews mit sieben Rehabilitandinnen statt (Ø 47 Jahre). An der Fokusgruppe nahmen acht Mitarbeitende (87,5% weiblich) teil, die überwiegend dem ärztlichen Personal (N=5) angehörten. Das Reha-Personal berichtete von einer erfolgreichen Implementierung der Intervention. Die praktische Umsetzung an klinikeigene Abläufe anzupassen, die Beteiligung mehrerer Professionen und das gesamte Reha-Team über die Studie zu informieren galten als Erfolgsfaktoren. Allerdings stießen die Mitarbeitenden ebenso auf Hürden, die u. a. den Personalmangel oder die digitale Infrastruktur betrafen. Die Rehabilitandinnen bewerteten die ReNaApp positiv hinsichtlich ihrer Zufriedenheit, der Bedienbarkeit sowie der wahrgenommenen Unterstützung durch die Anwendung. Neben den aktiven App-Nutzerinnen gaben einige Befragte an, die ReNaApp nicht zu nutzen, weil sie körperlich inaktiv sind oder keinen Unterstützungsbedarf aufweisen.Die Machbarkeit des Nachsorgeprogramms wurde vom Reha-Team bestätigt, jedoch sollte die Zielgruppe spezifiziert werden, um das Nachsorge-Angebot bedarfsgerecht zu empfehlen. Neben einer höheren Adhärenz im Programm können so die begrenzten Zeit- und Personalressourcen zielgerichtet eingesetzt werden.
AB - In der onkologischen Rehabilitation beansprucht die Bewegungstherapie einen erheblichen Anteil der Therapiezeit. Mit dem Ziel der nachhaltigen Aufrechterhaltung körperlicher Aktivität soll ein Rehabilitationsnachsorgeprogramm für Brustkrebspatientinnen durch den Einsatz einer Reha-Nachsorge-App (ReNaApp) implementiert und im Hinblick auf Akzeptanz, Umsetzbarkeit sowie Optimierungspotenziale evaluiert werden.Der qualitative Studienteil wurde im Rahmen einer quasi-randomisierten Längsschnittstudie im Mixed-Methods-Design durchgeführt. Datenbasis bilden leitfadengestützte Interviews mit Brustkrebs-Rehabilitandinnen der Interventionsgruppe und eine Fokusgruppe mit dem Reha-Team, das in der Umsetzung der Nachsorgeintervention involviert war. Die Rehabilitandinnen wurden drei, sechs und neun Monate nach der Reha befragt und die Fokusgruppe wurde nach Abschluss der Rekrutierung durchgeführt. Das Datenmaterial wurde entsprechend der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.Es fanden 19 Interviews mit sieben Rehabilitandinnen statt (Ø 47 Jahre). An der Fokusgruppe nahmen acht Mitarbeitende (87,5% weiblich) teil, die überwiegend dem ärztlichen Personal (N=5) angehörten. Das Reha-Personal berichtete von einer erfolgreichen Implementierung der Intervention. Die praktische Umsetzung an klinikeigene Abläufe anzupassen, die Beteiligung mehrerer Professionen und das gesamte Reha-Team über die Studie zu informieren galten als Erfolgsfaktoren. Allerdings stießen die Mitarbeitenden ebenso auf Hürden, die u. a. den Personalmangel oder die digitale Infrastruktur betrafen. Die Rehabilitandinnen bewerteten die ReNaApp positiv hinsichtlich ihrer Zufriedenheit, der Bedienbarkeit sowie der wahrgenommenen Unterstützung durch die Anwendung. Neben den aktiven App-Nutzerinnen gaben einige Befragte an, die ReNaApp nicht zu nutzen, weil sie körperlich inaktiv sind oder keinen Unterstützungsbedarf aufweisen.Die Machbarkeit des Nachsorgeprogramms wurde vom Reha-Team bestätigt, jedoch sollte die Zielgruppe spezifiziert werden, um das Nachsorge-Angebot bedarfsgerecht zu empfehlen. Neben einer höheren Adhärenz im Programm können so die begrenzten Zeit- und Personalressourcen zielgerichtet eingesetzt werden.
UR - https://www.mendeley.com/catalogue/a7a48002-9fbe-3489-9442-3cf55ad22d1a/
U2 - 10.1055/a-2705-0135
DO - 10.1055/a-2705-0135
M3 - Zeitschriftenaufsätze
SN - 0034-3536
JO - Rehabilitation (Germany)
JF - Rehabilitation (Germany)
IS - EFirst
ER -