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Description
Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist die häufigste Form der Leukämie in Deutschland und machte im Jahr 2020 etwa 38 % der Neuerkrankungen aus. Jährlich werden etwa 5.200 neue Fälle diagnostiziert - häufiger bei Männern als bei Frauen; das Durchschnittsalter bei der Diagnose liegt bei 70 Jahren (ZfKD/GEKID: Krebs in Deutschland 2019/2020; Kajüter et al. 2021). Obwohl die altersstandardisierten Inzidenzraten in den letzten 15 Jahren stabil geblieben sind, hat die absolute Zahl der Fälle zugenommen. Allerdings haben sich die Überlebensaussichten in den letzten Jahrzehnten verbessert, was wahrscheinlich auf die Verfügbarkeit besserer Behandlungsmöglichkeiten zurückzuführen ist (Kajüter et al. 2021); eine Studie, die auf aktuellen deutschen Krankenkassendaten basiert, schätzt das mediane Gesamtüberleben (OS) insgesamt auf 11 Jahre nach Erstlinientherapie - 10 Jahre bei Männern, während das mediane OS bei Frauen nicht erreicht wurde (Wartmann et al. 2024).
Die derzeitige Behandlung der CLL in Europa basiert auf dem Krankheitsstadium, der körperlichen Verfassung der Erkrankten und genetischen Risikofaktoren wie der Mutation TP53 oder del(17p) (Ghielmini et al. 2013). An CLL Erkrankte werden nach dem Binet- oder Rai-Staging-System in Kategorien mit niedrigem, mittlerem oder hohem Risiko eingeteilt. Sowohl die Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) als auch die deutschen Onkopedia-Leitlinien empfehlen für asymptomatische Patient*innen im Frühstadium eine „watch-and-wait“-Strategie, wobei die Behandlung Patient*innen mit symptomatischer oder progredienter Erkrankung vorbehalten ist. In der Vergangenheit dominierte die Chemoimmuntherapie als Erstlinientherapie, ihr Einsatz ist jedoch seit 2019 zugunsten zielgerichteter Therapien stark zurückgegangen (Wartmann et al. 2024). Die Onkopedia-Leitlinien von 2024 empfehlen nun für Patient*innen mit niedrigem und mittlerem Risiko Therapien mit zeitlich fix begrenzter Dauer wie Venetoclax plus Obinutuzumab oder Venetoclax plus Ibrutinib, während BTK-Inhibitoren wie Zanubrutinib und Acalabrutinib für Patient*innen mit hohem Risiko oder komorbiden Erkrankungen bevorzugt werden. In rezidivierten oder refraktären Fällen sind BTK-Inhibitoren und Venetoclax-basierte Therapien weiterhin Standard, wobei Pirtobrutinib als Drittlinienoption in Frage kommt.
Angesichts der sich rasch entwickelnden Behandlungsmöglichkeiten besteht ein wachsender Bedarf an „real-world“ Daten, um diese Patient*innenpopulation besser zu verstehen und herauszufinden, wie sich die Behandlungsmuster für neue Wirkstoffe und Behandlungskombinationen (z. B. Therapien mit zeitlich fix begrenzter Behandlungsdauer wie Venetoclax plus Obinutuzumab oder Venetoclax plus Ibrutinib) auf die Überlebenswahrscheinlichkeit auswirken.
Diese retrospektive Beobachtungsstudie zielt darauf ab, Einblicke in die Gruppe erwachsener CLL-Patient*innen in Deutschland zu geben und ihre demografischen und klinischen Merkmale, Behandlungsmuster, unerwünschte Therapieereignisse sowie Überlebenswahrscheinlichkeiten zu beschreiben. Um zu verstehen, wie sich die Behandlungslandschaft für CLL-Patient*innen in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, wird die Studie darauf abzielen, die Behandlungsmuster von den frühesten verfügbaren bis zu den neuesten verfügbaren klinischen Krebsregisterdaten aus den ausgewählten Registern zu beschreiben, um einen qualitativen Vergleich zu ermöglichen, wie sich veränderte Behandlungen auf die Krankheitsverläufe und Überlebenswahrscheinlichkeiten der Patient*innen ausgewirkt haben könnten. Die Studie wird auch die Verfügbarkeit von Informationen zu Biomarkern untersuchen und Ergebnisse der Biomarker-Bestimmung berichten, die die Behandlungsentscheidungen für CLL-Patient*innen beeinflussen können.
Die derzeitige Behandlung der CLL in Europa basiert auf dem Krankheitsstadium, der körperlichen Verfassung der Erkrankten und genetischen Risikofaktoren wie der Mutation TP53 oder del(17p) (Ghielmini et al. 2013). An CLL Erkrankte werden nach dem Binet- oder Rai-Staging-System in Kategorien mit niedrigem, mittlerem oder hohem Risiko eingeteilt. Sowohl die Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) als auch die deutschen Onkopedia-Leitlinien empfehlen für asymptomatische Patient*innen im Frühstadium eine „watch-and-wait“-Strategie, wobei die Behandlung Patient*innen mit symptomatischer oder progredienter Erkrankung vorbehalten ist. In der Vergangenheit dominierte die Chemoimmuntherapie als Erstlinientherapie, ihr Einsatz ist jedoch seit 2019 zugunsten zielgerichteter Therapien stark zurückgegangen (Wartmann et al. 2024). Die Onkopedia-Leitlinien von 2024 empfehlen nun für Patient*innen mit niedrigem und mittlerem Risiko Therapien mit zeitlich fix begrenzter Dauer wie Venetoclax plus Obinutuzumab oder Venetoclax plus Ibrutinib, während BTK-Inhibitoren wie Zanubrutinib und Acalabrutinib für Patient*innen mit hohem Risiko oder komorbiden Erkrankungen bevorzugt werden. In rezidivierten oder refraktären Fällen sind BTK-Inhibitoren und Venetoclax-basierte Therapien weiterhin Standard, wobei Pirtobrutinib als Drittlinienoption in Frage kommt.
Angesichts der sich rasch entwickelnden Behandlungsmöglichkeiten besteht ein wachsender Bedarf an „real-world“ Daten, um diese Patient*innenpopulation besser zu verstehen und herauszufinden, wie sich die Behandlungsmuster für neue Wirkstoffe und Behandlungskombinationen (z. B. Therapien mit zeitlich fix begrenzter Behandlungsdauer wie Venetoclax plus Obinutuzumab oder Venetoclax plus Ibrutinib) auf die Überlebenswahrscheinlichkeit auswirken.
Diese retrospektive Beobachtungsstudie zielt darauf ab, Einblicke in die Gruppe erwachsener CLL-Patient*innen in Deutschland zu geben und ihre demografischen und klinischen Merkmale, Behandlungsmuster, unerwünschte Therapieereignisse sowie Überlebenswahrscheinlichkeiten zu beschreiben. Um zu verstehen, wie sich die Behandlungslandschaft für CLL-Patient*innen in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, wird die Studie darauf abzielen, die Behandlungsmuster von den frühesten verfügbaren bis zu den neuesten verfügbaren klinischen Krebsregisterdaten aus den ausgewählten Registern zu beschreiben, um einen qualitativen Vergleich zu ermöglichen, wie sich veränderte Behandlungen auf die Krankheitsverläufe und Überlebenswahrscheinlichkeiten der Patient*innen ausgewirkt haben könnten. Die Studie wird auch die Verfügbarkeit von Informationen zu Biomarkern untersuchen und Ergebnisse der Biomarker-Bestimmung berichten, die die Behandlungsentscheidungen für CLL-Patient*innen beeinflussen können.
| Short title | VONKO-029 CLL |
|---|---|
| Status | Active |
| Effective start/end date | 01.06.25 → … |
UN Sustainable Development Goals
In 2015, UN member states agreed to 17 global Sustainable Development Goals (SDGs) to end poverty, protect the planet and ensure prosperity for all. This project contributes towards the following SDG(s):
-
SDG 3 Good Health and Well-being
Funding Institution
- Industrial Collaboration
Research Areas and Centers
- Research Area: Center for Population Medicine and Public Health (ZBV)
DFG Research Classification Scheme
- 2.22-02 Public Health, Healthcare Research, Social and Occupational Medicine
- 2.22-14 Hematology, Oncology
Individual Keywords of Research Units and Groups
- Population Medicine FB2
ASJC Subject Areas
- Oncology
- Hematology
Projects
- 1 Active
-
VONKO: Working Group on Health Services Research in Oncology
Waldmann, A. (Principal Investigator (PI)), Katalinic, A. (Co-PI), Baltus, H. (Project Staff), Grieger, P. (Project Staff), Finne, E. (Project Staff), Hammersen, F. (Project Staff), Labohm, L. (Project Staff) & Schliemann, A. (Project Staff)
01.01.20 → 31.12.27
Project: Industrial Collaboration and Development › Industrial Collaboration