Zur Hauptnavigation wechseln Zur Suche wechseln Zum Hauptinhalt wechseln

Zentren für seltene neurologische Erkrankungen

Ludger Schöls*, Thomas Gasser, Ingeborg Krägeloh-Mann, Holm Graessner, Thomas Klockgether, Alexander Münchau

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit

Abstract

Seltene Erkrankungen sind definitionsgemäß jede für sich selten, aber wegen ihrer großen Zahl in ihrer Gesamtheit häufig. Hierdurch besteht bei Ärzten nur selten Erfahrung für die einzelnen Erkrankungen; gleichzeitig stellt die Erkrankungsgruppe eine häufige Herausforderung dar. Aufgrund der mangelnden Kenntnisse bleiben viele Patienten mit seltenen Erkrankungen oft lange ohne Diagnose und optimale Versorgung. Das deutsche Ausbildungssystem ist nicht darauf ausgerichtet, Erfahrung mit seltenen Erkrankungen zu vermitteln. Die neurologische Ausbildung bedarf einer Umstrukturierung, um die Expertise für ein breites Erkrankungsspektrum zu vermitteln. Die an vielen Orten neu gegründeten Zentren für seltene Erkrankungen (ZSE) und das vom BMBF und BMG ins Leben gerufene Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) bilden hierfür einen guten Ausgangspunkt. Eine Akademie für seltene neurologische Erkrankungen befindet sich im Aufbau. Register für seltene Erkrankungen sind für die Sammlung repräsentativer Kohorten unverzichtbar und stellen die Grundlage für eine Verbesserung der Forschung und Entwicklung neuer Therapien dar. Spezifische Vergütungssysteme für die oft aufwendige und interdisziplinäre Versorgung müssen geschaffen werden.

Titel in ÜbersetzungCenters for Rare Neurological Diseases
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftAktuelle Neurologie
Jahrgang45
Ausgabenummer3
Seiten (von - bis)178-186
Seitenumfang9
ISSN0302-4350
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 01.04.2018

Fördermittel

Die mangelhafte Versorgung von Menschen mit seltenen Er-krankungen wurde auch von Seiten der EU erkannt. Der Rat der Europäischen Union forderte 2009 von seinen Mitgliedern, nationale Aktionspläne zu erstellen, um die Diagnostik, Be-handlung und Erforschung seltener Erkrankungen zu verbes-sern. Die Bundesregierung hat daraufhin, vertreten durch das BMG und BMBF, ein Nationales Aktionsbündnis für Menschen mit seltenen Erkrankungen (NAMSE) einberufen mit Beteili- gung aller relevanten Gruppen, wie u.a. der Patientenvertre-tung ACHSE e. V. (Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen), den gesetzlichen und privaten Krankenkassen, der pharmazeu-tischen Industrie, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, dem Verband der Universitätsklinika (VUD), der Deutschen Krankenhausgesellschaft, der Bundesärztekammer, dem Haus-ärzteverband, dem Deutschen Pflegerat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Von der NAMSE wurde unter großem Einsatz in zahlreichen aufwendigen Beratungen ein Ka-talog von 52 Maßnahmen zusammengestellt und der Kanzlerin vor der letzten Bundestagswahl 2013 überreicht. Dieser Maß-

UN SDGs

Dieser Output leistet einen Beitrag zu folgendem(n) Ziel(en) für nachhaltige Entwicklung

  1. SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
    SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
  2. SDG 10 – Weniger Ungleichheiten
    SDG 10 – Weniger Ungleichheiten

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Forschungsschwerpunkt: Gehirn, Hormone, Verhalten - Center for Brain, Behavior and Metabolism (CBBM)

Fingerprint

Untersuchen Sie die Forschungsthemen von „Zentren für seltene neurologische Erkrankungen“. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Fingerprint.

Zitieren