Xenon missbrauch im sport – vermehrung von hypoxie induzierbaren faktoren und erythropoietin oder nur „heiße luft“?

W. Jelkmann*

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit
9 Zitate (Scopus)

Abstract

Es gibt experimentelle Evidenz, dass Xenon (Xe) nicht völlig inert ist, sondern die Funktion von Proteinen beeinflussen kann, insbesondere die von Ionenkanälen und Enzymen. Kürzlich wurde berichtet, dass Xenon unter bestimmten Bedingungen die Hypoxie induzierbaren Transkriptionsfaktoren (HIF) aktiviert. In diesen Untersuchungen wurden verschiedene präklinische Modelle genutzt (Zellkulturen, Versuchstiere), aber die Ergebnisse waren uneinheitlich und das HIF-Verhalten anders als bei Hypoxie. Die Begasung mit Xenon (in der Regel 70 Volumenprozent) führte in einigen Studien zur Anreicherung von HIF-1α mRNA und HIF-1α Protein, während dies in anderen nicht der Fall war, wobei die intrazellulären Spiegel von HIF-2α mRNA und HIF-2α Protein zunahmen. Es gibt eine einzige Untersuchung, und zwar an Mäusen, in der mittels Westernblot in Nierenextrakten 24 h nach einer Xenon-Behandlung eine Zunahme der HIF-Zielproteine Erythropoietin (EPO) und vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor (VEGF) nachgewiesen wurde. Einflüsse von Xenon auf die Konzentration von EPO im Blut sind nicht beschrieben. Es gibt keine Daten zu Xenon-Effekten auf das HIF-System und die EPO-Produktion beim Menschen. Dennoch ist Xenon vorsorglich als HIFAktivator in die WADA-Verbotsliste 2014 aufgenommen worden. Nach Meinung des Autors stellt der potentielle Missbrauch von Xenon – im Vergleich zu dem der zahlreichen chemischen Substanzen, welche bekanntermaßen die HIF-abhängige EPO-Synthese aktivieren – im Sport ein kleineres Problem dar.
Titel in ÜbersetzungXenon misuse in sports – increase of hypoxia-inducible factors and erythropoietin, or nothing but „hot air“?
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftDeutsche Zeitschrift fur Sportmedizin
Jahrgang65
Ausgabenummer10
Seiten (von - bis)267-271
Seitenumfang5
ISSN0344-5925
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2014

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Forschungsschwerpunkt: Gehirn, Hormone, Verhalten - Center for Brain, Behavior and Metabolism (CBBM)

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