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Verwendung von Verlaufstypen zur Veränderungsmessung in der medizinischen Rehabilitation: Ein Beitrag zum Vergleich verschiedener Methoden der Ergebnismessung

C. Meffert*, T. Kohlmann, H. Raspe, N. Gerdes, O. Mittag

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit

Abstract

Ziel der Studie:

Die Frage, mit welchen Methoden der Erfolg von medizinischen Rehabilita­tionsmaßnahmen beurteilt werden sollte, hat eine lange und kontroversenreiche Geschichte. Vor diesem Hintergrund war es Anliegen des Projekts „Ergebnismessung in der medizinischen Rehabilitation“, ein besseres Verständnis des Veränderungsgeschehens und seiner Messung zu entwickeln und mögliche Ursachen für die Diskrepanzen zwischen den Ergebnissen der direkten und indirekten Veränderungsmessung aufzuklären. Konkrete Ziele der vorliegenden Studie waren: 1. unterschiedliche Veränderungsverläufe („Trajektorien“) mittels möglichst einfacher und anschaulicher Methoden dazustellen, 2. die gefundenen Lösungen zu vergleichen, 3. Zusammenhänge mit den Ergebnissen der direkten Veränderungsmessung bzw. globalen Erfolgsschätzung aufzuzeigen und 4. schließlich die Prädiktionskraft der verschiedenen Veränderungsmaße zu vergleichen.

Methodik:

Datenbasis bildete ein gut dokumentierter Datensatz aus der Rehabilitationsforschung, in dem sowohl die indirekte und direkte Veränderungsmessung als auch die globale Erfolgsmessung realisiert wurden und der es somit erlaubte, unterschiedliche Methoden der Ergebnismessung miteinander zu vergleichen. Anhand von n=466 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen wurden anhand der Prä-Post-Daten unterschiedliche Verlaufstypen (3 und 5 Gruppen) der Veränderung gebildet.

Ergebnisse:

Je nach gewähltem Grenzwert für positive oder negative Verläufe und gewähltem Endpunkt verbesserten sich zwischen 20 und knapp 40% der Patienten im Nachbeobachtungszeitraum. Der Anteil der Verschlechterten lag etwa in der gleichen Größenordnung. In mindestens einem Endpunkt waren aber bei zwei Drittel der Patienten Verbesserungen festzustellen. Diese Gruppe gab einen deutlich besseren globalen Rehabilitationserfolg an als diejenigen, die in keinem Endpunkt Verbesserungen erfahren hatten. Die Analysen der Prädiktionskraft der einzelnen Verlaufstypen (3 Monate) hinsichtlich des Status nach 12 Monaten zeigen, dass sie über unterschiedliche Prädiktoren und auch über die Eingangsbelastung hinaus substanziell zur Varianzaufklärung beitragen. Das Gleiche gilt für die Vorhersage eines sozialmedizinisch relevanten Außenkriteriums (Arbeitsunfähigkeitszeiten).

Schlussfolgerung:

Die Beschreibung von Verlaufstypen der Veränderung führt zu sinnvollen Ergebnissen. Gegenüber kom­plexen statistischen Verfahren hat diese Methode den Vorteil, dass die so gebildeten Patientengruppen inhaltlich klar definiert sind und anschaulich interpretiert werden können.
Titel in ÜbersetzungUse of trajectories for measuring change in medical rehabilitation: A contribution toward comparison of different methods of outcome measurement
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftRehabilitation (Germany)
Jahrgang51
Ausgabenummer3
Seiten (von - bis)151-159
Seitenumfang9
ISSN0034-3536
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2012

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