Spezialisierte Physiotherapie bei funktionellen Bewegungsstörungen

Christof Degen-Plöger*, Annemarie Reincke, Bernhard Fasching, Kerstin Lüdtke

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit
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Abstract

Die Physiotherapie bei funktionellen Bewegungsstörungen unterscheidet sich erheblich von einer konventionellen neurologisch ausgerichteten Physiotherapie. Sie folgt einem kognitiv-verhaltenstherapeutischem Ansatz, im Sinne einer psychologisch informierten Physiotherapie. Dabei werden multiple Faktoren in den Therapieprozess mit einbezogen, welche anhand des bio-psycho-sozialen Modells erhoben werden, um die hintergründigen Symptomtrigger und -modulatoren zu eruieren. Sie zielt darauf ab, dass der betroffene Patient das Krankheitsbild versteht und akzeptiert sowie den Therapieinhalten Bedeutung beimessen kann. Das Erarbeiten einer bewussten Aufmerksamkeitslenkung (Strategie), weg von der eigentlichen funktionellen Störung, ist ein zentraler Bestandteil. Diese erfolgt über die Nutzung unserer Sinnesreize, Verlagerung des Fokus auf intakte Bewegungsmuster, zielorientierten Handlungen sowie dem Einsatz einer bewussten Sprache. Das Selbstmanagement im Umgang mit beeinflussenden Faktoren, der Aufbau einer Toleranz gegenüber solchen und ein allgemein gesundheitsförderndes Verhalten runden die Therapie ab. Im vorliegenden Artikel stellen wir diesen Therapieansatz, welcher in Deutschland erstmalig im ambulanten Setting innerhalb einer Studie erprobt wird, vor und geben Empfehlungen für die Praxis.
Titel in ÜbersetzungSpecialized physiotherapy for functional movement disorders
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftNervenheilkunde
Jahrgang42
Ausgabenummer8
Seiten (von - bis)536-541
Seitenumfang6
ISSN0722-1541
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 02.08.2023

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Querschnittsbereich: Gesundheitswissenschaften: Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie und Hebammenwissenschaft

DFG-Fachsystematik

  • 206-07 Klinische Neurologie; Neurochirurgie und Neuroradiologie

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