Sonografische Parameterbilder zur Darstellung der Hirnperfusion bei Patienten mit akutem Hirninfarkt

G Seidel, C Kier, K Meyer-Wiethe, Daniel Toth, Lisa Freydag, T Aach

Abstract

Fragestellung: Mit dem Harmonic Imaging gelingt die sonografische Schnittbilddarstellung der zerebralen Kontrastmittelpassage nach Bolusapplikation. Verschiedene Parameter der Kontrastmittelauswaschkurve können als Parameterbilder dargestellt werden. Wir gingen der Frage nach, welcher Parameter in der Frühphase der zerebralen Ischämie am besten die Infarktgröße antizipiert. Methoden: Untersucht wurden 14 Patienten (Alter: 64,1 [SD 8,0] Jahre) mit akuten territorialen Infarkten im Versorgungsgebiet der A. carotis interna. Die transtemporale Sonographie (SONOS 5500; S4-Sonde; 2,4ml SonoVue-Bolus) in der dienzephalen Ebene wurde 5,6 [SD 3] Stunden nach Symptombeginn (NIHSS: 15,5 [SD 7,1] Punkten) durchgeführt. Neben der Registrierung des Kontrastmittelsignals im Hirngewebe wurden die extra- und intrakraniellen Hirnarterien mit der konventionellen Farbduplexsonographie untersucht. Vier Parameter der pixelweise berechneten Zeit-Intensitäts-Kurven (TIC) wurden analysiert (PPI [maximale Intensitätszunahme], TTP [Zeit zwischen Beginn und Maximum des Signalanstiegs], PG [Steigung der Einwaschkurve] und AUC [Fläche unter der TIC]). Im Verlauf (69,8 [SD 68] Stunden nach Symptombeginn) wurde eine Kontroll-Computertomographie angefertigt und die definitive Infarktfläche in der dienzephalen Ebene mit den Flächen gestörter Perfusion in den sonografischen Parameterbildern statistisch verglichen (Spearman-Rho Test). Ergebnisse: Die stärkste Korrelation bestand für die Fläche der reduzierten Sigalzunahme (A_PPI; r=0,862; p<0,001), gefolgt von der Fläche der Signalverzögerung (A_TTP; r=0,65; p=0,012) und der reduzierten Fläche unter der TIC (A_AUC; r=0,559; p=0,038). Keine Korrelation ergab sich mit der Fläche der reduzierten Steigung der Einwaschphase (A_PG; r=0,455; p=0,102). Schlussfolgerungen: Die gestörte Hirnperfusion in der Akutphase der Ischämie lässt sich mit sonografischen Schnittbildverfahren darstellen. Die Flächen gestörter Perfusion der pixelweise analysierten TIC korrelieren mit der Infarktfläche im computertomografischen Verlauf. Unter den Parametern ist v.a. die Signalamplitudenminderung von Bedeutung, daneben auch die Signalverzögerung und die Fläche unter der TIC.
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftAktuelle Neurologie
Jahrgang31
Seitenumfang1
ISSN1438-9428
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 01.01.2004

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