Regionale Unterschiede zwischen Fachärztinnen und Fachärzten für Allgemeinmedizin und hausärztlich tätigen Internistinnen und Internisten in der hausärztlichen Versorgung

Christoph Strumann*, Timo Emcke, Kristina Flägel, Jost Steinhäuser

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit

Abstract

Hintergrund Vielerorts steigt seit einigen Jahren der Bedarf an Hausärztinnen und Hausärzten, besonders in ländlichen Regionen. Es existiert die Hypothese, dass vor allem die Ärztinnen und Ärzte in ländlichen Regionen praktizieren, die eine breite Aus- und Weiterbildung genossen haben. Unterschiede in der Breite der Weiterbildung zwischen Fachärztinnen und Fachärzten für Allgemeinmedizin (AM) und hausärztlich tätigen Internistinnen und Internisten (INT) sind bereits durch die unterschiedlichen Weiterbildungsordnungen angelegt. Ziel der Analyse war es zu testen, ob sich AM und INT in ihrer Verteilung zwischen städtischen und ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins unterscheiden und ob Unterschiede bezüglich der Durchführungsrate und -häufigkeit von Hausbesuchen existieren. Methoden Auf Basis von Routinedaten der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein aus den Jahren 2015 bis zum dritten Quartal 2018 wurden Unterschiede zwischen AM und INT in der Verteilung zwischen verschiedenen Regionstypen und der Abrechnung von den Gebührenziffern zu Hausbesuchen und unvorhergesehenen Inanspruchnahmen untersucht. Neben bivariaten Verfahren wurden auch multivariate Regressionsanalysen zur Untersuchung der Unterschiede angewendet. Ergebnisse Im Zeitraum von 2017Q4 - 2018Q3 nahmen 1.378 AM und 585 INT an der hausärztlichen Versorgung in Schleswig-Holstein teil. Während 27,5% der AM im ländlichen Raum tätig waren, betrug der Anteil bei den INT 14,5% (p<0,001). Hausbesuche wurden von 97,8% der AM und 93,2% der INT abgerechnet (p<0,001). Dieser Unterschied war im ländlichen Raum noch stärker ausgeprägt (99,5% vs. 94,1% (p=0,002)). Bei der Abrechnungshäufigkeit von Hausbesuchen konnten ebenfalls signifikante Unterschiede gefunden werden. AM machten insgesamt 36% mehr Hausbesuche als INT. Im Ländlichen Raum betrug die Differenz 60%. Schlussfolgerung In der vorliegenden Analyse konnten Unterschiede zwischen AM und INT bezüglich der Region, in der praktiziert wird, und der Häufigkeit von Hausbesuchen gefunden werden. Diese Ergebnisse könnten eine Diskussion anstoßen, wie INT auf die hausärztliche Tätigkeit, besonders in ländlichen Regionen besser vorbereitet werden können.
Titel in ÜbersetzungRegional differences between general practitioners and general internal medicine physicians in primary care
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftZeitschrift fur Evidenz, Fortbildung und Qualitat im Gesundheitswesen
Jahrgang150-152
Seiten (von - bis)88-95
Seitenumfang8
ISSN1865-9217
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 01.04.2020

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Profilbereich: Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung (ZBV)

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