Profifußball im europäischen Vergleich – Auswirkungen von Verletzungen

Helge Riepenhof*, Annika Lindenmeyer, Hendrik Bloch, Stephen McAleer, Riccardo Delvescovo, Valerio Flammini, Stefan Bark, Justus Gille, Ralf Oheim, Benjamin Kienast

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit

Abstract

Die vier größten Fußballligen in Europa, die Premier League in England (E), die La Liga in Spanien (S), die Bundesliga in Deutschland (D) und die Seria A in Italien (I), beschäftigen die besten Fußballspieler der Welt. Obwohl in diesen Ligen gleiches Regelwerk vorherrscht, der Zugang zum Sportmaterial identisch ist und von einem qualitativ vergleichbaren Niveau ausgegangen werden kann, unterscheiden sich die Häufigkeiten von Verletzungen und Überlastungsschäden sowohl national als auch im europäischen Vergleich immens (1). Da es trotz Konsensus (2,3,4) kein einheitliches Berichterstattungswesen in den europäischen vier Ligen gibt und lediglich in Deutschland zuverlässige Veröffentlichungen durch den Versicherer der Profisportler vorhanden sind (5), beruht jeder Vergleich auf den freiwilligen Angaben der Vereine oder Spieler.

Die Veröffentlichung von Spielerverletzungen kann durchaus Auswirkungen auf die taktische Einstellung einer gegnerischen Mannschaft haben oder erheblich den Marktwert eines Spielers beeinflussen. Daher muss davon ausgegangen werden, dass nicht immer alle Angaben hinsichtlich eines Ausfallgrundes oder einer erlittenen Verletzung vollständig sind oder der Wahrheit entsprechen.

Die vorliegende Untersuchung bezieht sich daher nicht auf die von den Vereinen angegebenen Diagnosen, sondern lediglich auf die durch die Arbeitsgruppe beobachtete Ausfallzeit der Spieler aufgrund einer Verletzung.

Anhand von prospektiv gesammelten Daten der ersten Hälfte der Fußballsaison 2016/2017 wurde ermittelt, welche Ausfallzeiten und Ausfallquoten auftraten und in wieweit Zusammenhänge zwischen sportlichen Erfolgen, Marktwertentwicklung der Spieler sowie Mannschaftsgröße zu differenzieren waren.

Als Ergebnis wird deutlich, dass eine enge Korrelation zwischen der Anzahl an Pflichtspielen und Anzahl an Tagen, an denen ein Spieler aufgrund einer Verletzung nicht einsatzfähig ist, besteht.

Allerdings zeigt sich auch, dass eine hohe Anzahl an Pflichtspielen nicht zwangsläufig zu einer hohen Ausfallquote führt und insbesondere Mannschaften der Premier League in England trotz hoher Anzahl an Pflichtspielen wenig Verletzungsausfälle aufweisen. Mannschaften der Deutschen Bundesliga müssen trotz geringster Spielbelastung im europäischen Vergleich die höchsten Ausfallquoten kompensieren.

Titel in ÜbersetzungProfessional football in a European comparison – Impact of injuries
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftSports Orthopaedics and Traumatology
Jahrgang34
Ausgabenummer2
Seiten (von - bis)132-140
Seitenumfang9
ISSN0949-328X
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 05.2018

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