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Positionspapier - Stand der Reproduktionsmedizin in Deutschland

K. Diedrich*, T. Strowitzki, H. Kentenich

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit

Abstract

Deutschland hat in den 60er- und 70er-Jahren weltweit im Bereich der gynäkologischen Endokrinologie eine führende Rolle gespielt. Dies spiegelt sich auch wider in den wissenschaftlichen Aktivitäten im Bereich der deutschen Universitäten. Dies hat sich in den letzten Jahren dramatisch geändert. Es zeigt sich in einem abnehmenden publizierten Forschungsoutput, in dem Deutschland im Gegensatz zu früher eine Randstellung einnimmt. Dies geht einher mit einer abnehmenden Präsenz der Bereiche Endokrinologie, Reproduktionsmedizin und Andrologie an den Universitäten. Es ist zu einem Verlust des akademischen Ober- und Mittelbaus an den Universitäten gekommen, da an den Universitäten keine entsprechenden zukunftsträchtigen Positionen und Perspektiven geboten werden konnten. Darüber hinaus wirkt auch das seit 1991 bestehende Embryonenschutzgesetz in vielen Bereichen der Reproduktionsmedizin eher forschungshemmend. Dies hat dazu geführt, dass die deutschen Forscher und damit auch die kinderlosen Paare am Fortschritt der Reproduktionsmedizin, wie z. B. beim „single embryo transfer“, nicht teilhaben können. Der Forschungsstandort Deutschland im Bereich der Reproduktionsmedizin, Endokrinologie und Andrologie muss gestärkt werden. Dazu müssen an den Universitäten entsprechende Strukturen geschaffen werden und es muss die Vernetzung zwischen den niedergelassenen Praxen, in denen 75 % der Patientenbehandlung im Bereich der Reproduktionsmedizin stattfindet, und den Universitäten gefördert werden. Es muss deshalb der Kontakt zwischen den verschiedenen Gruppierungen, die in Deutschland die Reproduktionsmedizin vertreten, verbessert werden. Darüber hinaus muss ein Fortpflanzungsmedizingesetz erarbeitet werden, das es ermöglicht, auch die deutschen Paare an den Fortschritten der Reproduktionsmedizin teilhaben zu lassen. Es kann nicht sein, dass Deutschland auf einer einsamen Insel lebt und um uns herum der Fortschritt in diesem wichtigen Bereich der Medizin blüht.
Titel in ÜbersetzungPosition paper - current state of reproductive medicine in Germany
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftGeburtshilfe und Frauenheilkunde
Jahrgang70
Ausgabenummer5
Seiten (von - bis)355-360
Seitenumfang6
ISSN0016-5751
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 14.06.2010

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  1. SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
    SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

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