Plasmavolumenbestimmung mit dem farbstoff icg bei änderung des intravasalen volumens

H. Gehring*, W. Nahm, K. F. Klotz, O. Zais, R. Schreiber, P. Schüren, P. Schmucker

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit
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Abstract

Ziel: Die Messung des aktuellen intravasalen Volumens mit Hilfe der Indikator-Verdünnungsmethode ist sowohl von klini-schem als auch von wissenschaftlichem Interesse. Bei der Ver-wendung des rasch eliminierten Farbstoffes Indocyanin-Grün (ICG) sind wiederholte Messungen und damit Verlaufskontrollen möglich. In der vorliegenden Studie sollten folgende Fragen geprüft werden: 1. Stimmen die von uns mit der ICG-Methode bei gesunden Probanden bestimmten Werte mit den in der Literatur angegebenen Kontrollwerten überein, und ist somit die Grundlage für die Durchführung weiterer klinischer Studien gegeben, und 2. Stimmen die Differenzen der vor und nach Eigenblutentnahme bzw. Retransfusion bestimmten Werte für das Plasmavolumen mit den tatsächlich entnommenen bzw. retransfundierten Volumina überein? Design: Prospektive Studie (an je 20 gesunden weiblichen bzw. männlichen Probanden). Rahmen: Forschungslabor einer anästhesiologischen Universitätsklinik. Teilnehmer: Je 20 gesunde weibliche bzw. männliche Probanden. Interventionen: Plasmavolumenbestimmung mit ICG vor und nach Entnahme von 10% des ge-schätzten Blutvolumens und nach Retransfusion. Ergebnisse: In der Gruppe der Frauen betrug das Plasmavolumen pro Körperoberfläche (PV/KO) 1639 ± 198 und bei den Männern 1687 ± 224 ml/m2 (Mittelwert ± SD). Durch die Eigenblutspende wurde den Frauen 188 ± 23 und den Männern 149 ± 26 ml/m2 PV entzogen. Die PV-Messung mit ICG ergab für diesen Ent-zug einen Wert von 198 ± 174 bzw. 171 ± 158 ml/m2 und für die Retransfusion 190 ± 169 bzw. 142 ± 154 ml/m2. Schluβfolgerungen: Die Kontrollwerte liegen in dem in der Literatur be-schriebenen Normbereich. Die gemessenen Differenzen der Plasmavolumina vor und nach Eigenblutspende bzw. nach Retransfusion stimmen mit den tatsächlich entnommenen Plasmavolumina im Mittel gut überein. Bei der klinischen Beurteilung im Einzelfall ist die methodisch bedingte hohe Standardabweichung zu berücksichtigen.
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftTransfusion Medicine and Hemotherapy
Jahrgang23
Ausgabenummer2
Seiten (von - bis)86-91
Seitenumfang6
ISSN1660-3796
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 01.01.1996

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