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Pflegeheim-sensitive Krankenhausfälle und Ansätze zur Verringerung der Hospitalisierung von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern

PSK-Studiengruppe

Abstract

Hintergrund

Interventionen zur Vermeidung von potenziell risikobehafteten Krankenhauseinweisungen aus dem Pflegeheim sind von hoher Bedeutung für Patientensicherheit und Versorgungsqualität. Ein Katalog Pflegeheim-sensitiver Krankenhausfälle (PSK) bildet die Grundlage für die Entwicklung von Handlungsempfehlungen.
Methoden

In zwei vorangegangenen Forschungsphasen entwickelte ein Expertenpanel einen Katalog mit 58 PSK mittels eines angepassten Delphi-Verfahrens (die RAND/UCLA Appropriateness Methode). Dieses Verfahren wurde von der Nord-Amerikanischen gemeinnützigen Research and Development Organisation (RAND) und Klinikern der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) entwickelt. In der hier vorgestellten dritten Projektphase wurden zunächst in einem Expertenworkshop Interventionsansätze zu deren Reduktion entwickelt. Die Ergebnisse wurden anschließend durch sechs Gutachtende aus themenverwandten Sektoren bewertet, ergänzt und systematisch zur Erstellung von Handlungsempfehlungen verwendet. Mögliche Umsetzungshürden wurden berücksichtigt und der Zeithorizont der Wirksamkeit abgeschätzt.
Ergebnis

Die Handlungsempfehlungen betreffen Bereiche der Kommunikation, Kooperation, Dokumentation und Versorgungskompetenz sowie einrichtungsbezogene, finanzielle und rechtliche Aspekte. Einzelne Indikationsbündel demonstrieren die Relevanz für das deutsche Gesundheitswesen. Zur Erhöhung der Wirksamkeit empfehlen die Sachverständigen eine sinnvolle Kombination von Handlungsempfehlungen.
Diskussion

Durch eine Optimierung multidisziplinärer Kommunikation und Kooperation, kombiniert mit einem – auch digitalen – Ausbau der Infrastruktur bei Schaffung einrichtungsbezogener rechtlicher Voraussetzungen und Vergütungsstrukturen, könnten fast 35 % aller Hospitalisierungen aus dem Pflegeheim, rund 220.000 Krankenhausfälle in Deutschland, vermieden werden. Die für Maßnahmen erforderlichen Ausgaben könnten aus Einsparungen durch vermiedene Krankenhausaufenthalte in Höhe von 768 Mio. € refinanziert werden.
Titel in ÜbersetzungNursing home-sensitive conditions and approaches to reduce hospitalization of nursing home residents
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftBundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz
Jahrgang66
Ausgabenummer2
Seiten (von - bis)199-211
Seitenumfang13
ISSN1436-9990
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 02.2023

Fördermittel

Maria Paula Valk-Draad (Lehrstuhl für Management und Innovation im Gesundheitswesen, Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft, Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland; Lehrstuhl für Community Health Nursing, Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland); Katja Stahl (OptiMedis AG, Hamburg, Deutschland; Institut für Gesundheitswissenschaft, Universität zu Lübeck, Lübeck, Deutschland); Christel Bienstein (Pflege e. V., Berlin, Deutschland); Hans-Jürgen Heppner (Lehrstuhl für Geriatrie, Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland; Institut für Biomedizin des Alterns, FAU Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Deutschland); Andreas Sönnichsen (Facharztpraxis für Innere Medizin und Allgemeinmedizin, Salzburg, Österreich); Hagen Sjard Bachmann (Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie, Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland); Petra Thuermann (Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie, Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland; Philipp Klee-Institut für Klinische Pharmakologie am Helios Universitätsklinikum Wuppertal, Wuppertal, Deutschland); Oliver Gröne (OptiMedis AG, Hamburg, Deutschland); Paula Zietzsch (OptiMedis AG, Hamburg, Deutschland); Helmut Hildebrandt (OptiMedis AG, Hamburg, Deutschland); Thomas Klie (AGP Sozialforschung, FIVE – Forschungs- und Innovationsverbund der Evangelischen Hochschule Freiburg e. V., Freiburg, Deutschland); Sabine Bohnet-Joschko (Lehrstuhl für Management und Innovation im Gesundheitswesen, Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft, Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland) Das dieser Veröffentlichung zugrunde liegende Projekt wurde aus Mitteln des Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter dem Förderkennzeichen 01VSF18026 gefördert. Auch möchten wir allen Expertinnen und Experten, die während der Pandemie Zeit in dieses Projekt investiert haben, sowie den beteiligten sechs Gesetzlichen Krankenversicherungen, die uns Sekundärdaten zu Verfügung gestellt haben, herzlich für ihre Beteiligung und Unterstützung danken.

UN SDGs

Dieser Output leistet einen Beitrag zu folgendem(n) Ziel(en) für nachhaltige Entwicklung

  1. SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
    SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Querschnittsbereich: Gesundheitswissenschaften: Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie und Hebammenwissenschaft

DFG-Fachsystematik

  • 2.22-02 Public Health, gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
  • 2.22-24 Gerontobiologie und Geriatrie

Fingerprint

Untersuchen Sie die Forschungsthemen von „Pflegeheim-sensitive Krankenhausfälle und Ansätze zur Verringerung der Hospitalisierung von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern“. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Fingerprint.

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