Abstract
Hintergrund
Die PSMA-Positronenemissionstomographie/Computertomographie (PET/CT; PSMA: prostataspezifisches Membranantigen) ist eine neue und vielversprechende diagnostische Methode bei Prostatakarzinom mit besonderem Einfluss auf die Planung der bildgeführten Strahlentherapie (IGRT). Erste Ergebnisse bezüglich des metabolischen Ansprechens bei wiederholter PSMA-PET/CT nach hypofraktionierter IGRT von Oligometastasen werden im vorliegenden Beitrag dargestellt.
Material und Methoden
In der Zeit von Januar 2014 bis Dezember 2016 wurden an unserer Klinik insgesamt 280 Patienten mit 68Ga-PSMA-PET/CT untersucht. Davon wurden Patienten ausgewählt, die die folgenden Kriterien erfüllten: Oligometastasierung in der ersten PSMA-PET/CT mit maximal 5 Herden, hoch dosierte hypofraktionierte IGRT für alle Herde, keine medikamentöse antihormonelle oder zytostatische Therapie in den letzten 6 Monaten und im Follow-up, mindestens eine PSMA-PET/CT zur Kontrolle des Ansprechens der Herde vorhanden. Alle in der PSMA-PET detektierten Herde (CTV = PET-GTV plus 1–2 mm) wurden mit der Strahlentherapie behandelt, überwiegend mit 35 Gy in 5 Fraktionen (ein Herd mit 4 Fraktionen à 7 Gy wegen einer Dosisbeschränkung, 2 Lymphknoten mit 50 Gy in 25 Fraktionen auf ein erweitertes Volumen plus Boost von 7 Gy × 2 auf das PET-positive Volumen). Das metabolische Ansprechen bestrahlter Herde wurde in wiederholten PSMA-PET/CT gemäß den PERCIST-Kriterien untersucht. Fünf Patienten mit 12 PSMA-PET-Untersuchungen erfüllten die Kriterien. Bei diesen Patienten wurden alle PET-positiven Herde mit hypofraktionierter IGRT auf das PET-positive Volumen behandelt. Sie erhielten mindestens eine (in einem Fall 3) Follow-up-PSMA-PET-Untersuchungen nach Strahlentherapie mit einem Intervall zur ersten PET von 2 bis 15 Monaten; die Follow-up-Dauer aller Patienten betrug im Median 11 Monate.
Ergebnisse
Der mittlere Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) zum Zeitpunkt der ersten PSMA-PET/CT betrug 8,9 ± 8,5 ng/ml (Median 3,3 ng/ml, Spanne 0,17–21,8 ng/ml). Insgesamt wurde 18 Metastasen detektiert. Das PET-positive Tumorvolumen betrug 5,9 ± 13,3 cm3 (Median 1,25 cm3).
Der mittlere „standardized uptake value“ (SUVmax) der 18 Metastasen sank von 19,9 ± 23,3 (Mittelwert ± Standardabweichung) vor der Radiotherapie auf 5,4 ± 4,6 in der PSMA-PET/CT nach Radiotherapie.
Gemäß den PERCIST-Kriterien zeigten 14 Metastasen (78 %) eine metabolische Remission in der PSMA-PET mit Reduktion des SUVmax von mindestens 30 % und einer signifikanten Größenabnahme; in 7 dieser Metastasen war eine 68Ga-PSMA-Aufnahme nicht mehr nachweisbar. Follow-up-PET-Untersuchungen ergaben nur für 2 Herde eine metabolische Progression mit SUVmax-Anstieg; das entspricht einer lokalen Progressionsfreiheit von 88 % nach einem Jahr. Es bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Zeitintervall nach Radiotherapie (Median 3 Monate, Spanne 1–9 Monate) und dem Ansprechen (p = 0,04) mit besserem metabolischem Ansprechen bei längerem Intervall.
Schlussfolgerung
Diese vorläufigen Ergebnisse zeigen eine hohe metabolische Ansprechrate von PSMA-PET-positiven metastatischen Herden nach hypofraktionierter Strahlentherapie in der Follow-up-PET. Die Raten der lokalen Kontrolle sind vielversprechend. Ein Intervall von mehreren Monaten erscheint notwendig, um die Wirksamkeit der Strahlentherapie in der Kontroll-PSMA-PET umfassend beurteilen zu können.
Die PSMA-Positronenemissionstomographie/Computertomographie (PET/CT; PSMA: prostataspezifisches Membranantigen) ist eine neue und vielversprechende diagnostische Methode bei Prostatakarzinom mit besonderem Einfluss auf die Planung der bildgeführten Strahlentherapie (IGRT). Erste Ergebnisse bezüglich des metabolischen Ansprechens bei wiederholter PSMA-PET/CT nach hypofraktionierter IGRT von Oligometastasen werden im vorliegenden Beitrag dargestellt.
Material und Methoden
In der Zeit von Januar 2014 bis Dezember 2016 wurden an unserer Klinik insgesamt 280 Patienten mit 68Ga-PSMA-PET/CT untersucht. Davon wurden Patienten ausgewählt, die die folgenden Kriterien erfüllten: Oligometastasierung in der ersten PSMA-PET/CT mit maximal 5 Herden, hoch dosierte hypofraktionierte IGRT für alle Herde, keine medikamentöse antihormonelle oder zytostatische Therapie in den letzten 6 Monaten und im Follow-up, mindestens eine PSMA-PET/CT zur Kontrolle des Ansprechens der Herde vorhanden. Alle in der PSMA-PET detektierten Herde (CTV = PET-GTV plus 1–2 mm) wurden mit der Strahlentherapie behandelt, überwiegend mit 35 Gy in 5 Fraktionen (ein Herd mit 4 Fraktionen à 7 Gy wegen einer Dosisbeschränkung, 2 Lymphknoten mit 50 Gy in 25 Fraktionen auf ein erweitertes Volumen plus Boost von 7 Gy × 2 auf das PET-positive Volumen). Das metabolische Ansprechen bestrahlter Herde wurde in wiederholten PSMA-PET/CT gemäß den PERCIST-Kriterien untersucht. Fünf Patienten mit 12 PSMA-PET-Untersuchungen erfüllten die Kriterien. Bei diesen Patienten wurden alle PET-positiven Herde mit hypofraktionierter IGRT auf das PET-positive Volumen behandelt. Sie erhielten mindestens eine (in einem Fall 3) Follow-up-PSMA-PET-Untersuchungen nach Strahlentherapie mit einem Intervall zur ersten PET von 2 bis 15 Monaten; die Follow-up-Dauer aller Patienten betrug im Median 11 Monate.
Ergebnisse
Der mittlere Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) zum Zeitpunkt der ersten PSMA-PET/CT betrug 8,9 ± 8,5 ng/ml (Median 3,3 ng/ml, Spanne 0,17–21,8 ng/ml). Insgesamt wurde 18 Metastasen detektiert. Das PET-positive Tumorvolumen betrug 5,9 ± 13,3 cm3 (Median 1,25 cm3).
Der mittlere „standardized uptake value“ (SUVmax) der 18 Metastasen sank von 19,9 ± 23,3 (Mittelwert ± Standardabweichung) vor der Radiotherapie auf 5,4 ± 4,6 in der PSMA-PET/CT nach Radiotherapie.
Gemäß den PERCIST-Kriterien zeigten 14 Metastasen (78 %) eine metabolische Remission in der PSMA-PET mit Reduktion des SUVmax von mindestens 30 % und einer signifikanten Größenabnahme; in 7 dieser Metastasen war eine 68Ga-PSMA-Aufnahme nicht mehr nachweisbar. Follow-up-PET-Untersuchungen ergaben nur für 2 Herde eine metabolische Progression mit SUVmax-Anstieg; das entspricht einer lokalen Progressionsfreiheit von 88 % nach einem Jahr. Es bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Zeitintervall nach Radiotherapie (Median 3 Monate, Spanne 1–9 Monate) und dem Ansprechen (p = 0,04) mit besserem metabolischem Ansprechen bei längerem Intervall.
Schlussfolgerung
Diese vorläufigen Ergebnisse zeigen eine hohe metabolische Ansprechrate von PSMA-PET-positiven metastatischen Herden nach hypofraktionierter Strahlentherapie in der Follow-up-PET. Die Raten der lokalen Kontrolle sind vielversprechend. Ein Intervall von mehreren Monaten erscheint notwendig, um die Wirksamkeit der Strahlentherapie in der Kontroll-PSMA-PET umfassend beurteilen zu können.
| Titel in Übersetzung | Oligometastasen bei Prostatakarzinom: Metabolisches Ansprechen in Follow-up-PSMA-PET/CT nach hypofraktionierter bildgeführter Strahlentherapie |
|---|---|
| Originalsprache | Englisch |
| Zeitschrift | Strahlentherapie und Onkologie |
| Jahrgang | 194 |
| Ausgabenummer | 4 |
| Seiten (von - bis) | 318-324 |
| Seitenumfang | 7 |
| ISSN | 0179-7158 |
| DOIs | |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 01.04.2018 |
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