Abstract
Ziel: Die Anzahl der Prostatakarzinome nimmt stetig zu und weist die dritthöchste malignombedingte Mortalität des westlichen Mannes auf. Die Früherkennung ossärer Metastasen hat entscheidenden Einfluss auf die Festlegung des Therapieregimes und zur Abschätzung der Prognose. Als Standardmethode dient die Skelettszintigrafie. Die Ganzkörper-MRT hat sich in zahlreichen Studien als sensitiver zur Früherkennung von Knochenmetastasen erwiesen, allerdings fehlen homogene Daten zum Prostatakarzinom. Die vorliegende Studie vergleicht die Methoden der Skelettszintigrafie mit der Ganzkörper-MRT hinsichtlich der Detektion ossärer Metastasen beim Prostatakarzinom. Material und Methoden: Eingeschlossen wurden 14 Patienten mit histologisch gesichertem Prostatakarzinom, die innerhalb eines Monates eine Skelettszintigrafie und eine Ganzkörper-MRT erhalten haben. Das mittlere Patientenalter betrug 68 Jahre. Die Szintigrafie wurde in planarer Ganzkörpertechnik (ventrale und dorsale Projektion) durchgeführt. Von suspekten Arealen wurden gegebenenfalls Teilkörperaufnahmen erstellt. Bei der Ganzkörper-MRT wurden native T 1- und STIR-Sequenzen in koronarer Schnittführung des gesamten Körpers, sagittale Schichten der Wirbelsäule und Aufnahmen der Rippen und des Thorax mittels atemangehaltener STIR- und T 1-gewichteter Flash-2D-Sequenzen akquiriert. Die Knochenszintigrafie und die MRT wurden retrospektiv von erfahrenen Nuklearmedizinern und Radiologen im Konsensus ausgewertet und läsionsbasiert verglichen. Ergebnisse: Die Ganzkörper-MRT stellte signifikant mehr ossäre Metastasen dar (p = 0,024). 96,4 % der szintigrafisch detektierten Metastasen wurden in der MRT dargestellt, während lediglich 58,6 % der magnetresonanztomografisch festgestellten Knochenmetastasen in der Szintigrafie zu erkennen waren. Während kein signifikanter Unterschied bezüglich der Darstellbarkeit ossärer Metastasen größer einem Zentimeter zwischen der Ganzkörper-MRT und der Szintigrafie bestand (p = 0,082) war die Darstellbarkeit für Metastasen kleiner einem Zentimeter zugunsten der MRT signifikant (p = 0,035). Osteoblastische Metastasen stellten sich auf den T 1-gewichteten Aufnahmen mit deutlich höherem Kontrast als auf den STIR-Sequenzen dar. Ein weiterer Vorteil der Ganzkörper-MRT waren Zusatzinformation über die extraossäre Tumorausbreitung und deren Komplikationen, wie zum Beispiel Spinalkanalstenosen oder Wirbelkörperfrakturen, die in 42,9 % der untersuchten Patienten zu finden waren und unmittelbare klinische Relevanz hatten. Schlussfolgerung: Die Ganzkörper-MRT mittels nativen STIR- und T 1-gewichteten Sequenzen ist der Skelettszintigrafie in der Erkennung kleiner Knochenmetastasen eines Prostatakarzinoms überlegen. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit assoziierte Komplikationen zeitgleich abzuklären.
| Titel in Übersetzung | Detection of bone metastasis of prostate cancer - Comparison of whole-body mri and bone scintigraphy |
|---|---|
| Originalsprache | Deutsch |
| Zeitschrift | RoFo Fortschritte auf dem Gebiet der Rontgenstrahlen und der Bildgebenden Verfahren |
| Jahrgang | 180 |
| Ausgabenummer | 8 |
| Seiten (von - bis) | 746-752 |
| Seitenumfang | 7 |
| ISSN | 1438-9029 |
| DOIs | |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 08.2008 |
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