Musikalische Erfahrung prägt die neuronale Verarbeitung

Wido Nager*, Tilla Franke, Tobias Wagner-Altendorf, Eckart Altenmüller, Thomas F. Münte

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit
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Abstract

Zusammenfassung. Es hat sich gezeigt, dass das Spielen eines Musikinstruments auf professionellem Niveau zu strukturellen und funktionellen neuronalen Anpassungen führt, die Musiker zu wertvollen Studienobjekten für die Neuroplastizitätsforschung machen. Wir folgen hier der Hypothese, dass spezifische musikalische Anforderungen die neuronale Verarbeitung weiter schärfen. So kann man davon ausgehen, dass professionelle Schlagzeuger im Vergleich zu anderen Musikern oder Nichtmusikern eine überlegene Fähigkeit zur Verarbeitung zeitlicher Informationen besitzen. Um diese Annahme zu überprüfen, haben wir Gruppen von professionellen Schlagzeugern, professionellen Holzbläsern und Nichtmusikern reinen Tonfolgen und Trommelsequenzen ausgesetzt, in die seltene Vorwegnahmen von Tönen oder Trommelschlägen eingefügt wurden. Beim passiven Hören dieser Sequenzen ergab sich eine Mismatch-Negativität zu den zeitlich abweichenden Reizen, die bei den Musikern bei Tonfolgen größer als bei Nichtmusikern war und weiterhin bei den Schlagzeugern bei Trommelsequenzen besonders groß war. Unter aktiven Hörbedingungen waren Schlagzeuger genauer und schneller in der Lage, zeitlich abweichende Stimuli zu erkennen. Dieser Datensatz ergänzt somit die wachsende Literatur, die aufgabenabhängige neuronale Adaptation zeigt.
Titel in ÜbersetzungMusical Experience Shapes Neural Processing Temporal Precision in Professional Drummers
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftZeitschrift fur Neuropsychologie
Jahrgang31
Ausgabenummer2
Seiten (von - bis)81-86
Seitenumfang6
ISSN1016-264X
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 06.2020

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Forschungsschwerpunkt: Gehirn, Hormone, Verhalten - Center for Brain, Behavior and Metabolism (CBBM)

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