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Merkmale von blutdoping

Wolfgang Jelkmann*

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit

Abstract

Blutdoping beschreibt den Gebrauch bestimmter Techniken und/oder Substanzen, um die Gesamtmasse der roten Blutzellen zu erhöhen, sodass mehr O2 transportiert und da-mit die körperliche Leistung verbessert wird.
Künstliche O2-Träger spielen im Sport offen-bar keine Rolle. Infundiertes Fremdblut ist – wg. unterschiedlicher Blutgruppenmerkmale – nachweisbar, re-transfundiertes Eigenblut dagegen nicht. Rekombinantes humanes Erythropoietin (rhEpo) und seine Analoga sind mittels isoelektrischer Fokussierung und Immunoblotting detektierbar. Es gibt peptidische Epo-Mimetika, aber keines dieser Produkte ist klinisch zugelassen. Die Expression des Epo-Gens (EPO) wird durch hypoxie-induzierbare Transkriptionsfaktoren (HIF) stimuliert, welche aus einer α- und einer β-Untereinheit bestehen.
Die Hydroxylierung der O2-labilen α-Untereinheit lässt sich durch die Einnahme von Kobalt(II)-Salzen oder α-Ketoglutarat-Kompetitoren verhindern. Diese – strukturell simplen – Stoffe sind oral wirksam (sog. „HIF-Stabilisatoren“). Denkbar ist außerdem der missbräuchliche Einsatz von Inhibitoren der GATA-Genregulatorproteine, wodurch der EPO-Promotor aktiviert wird. EPO-Gentransfer ist dagegen wohl im Sport (noch) nicht verbreitet.
Die WADA hat 2009 Richtlinien für die indirekte Suche nach Blutdoping herausgegeben (“Athlete Biological Passport (ABP) Operating Guidelines“). Dabei werden individuell longitudinal verschiedene Erythrozyten-Parameter bewertet (u.a. Hämoglobinkonzentration [Hb], Hämatokrit, Erythrozytenzahl, Retikulozyten-Zahlen [Ret], mittleres Erythrozytenvolumen [MCV] und mittlere Hb-Masse der einzelnen Erythrozyten [MCH]). Sportrechtlich relevant sind primär [Hb] und OFF-hr score ([Hb] - 60√ Ret %; Normalbereich: 85-95). Die Validität des ABP-Verfahrens ist Gegenstand aktueller Forschung.
Titel in ÜbersetzungFeatures of blood doping
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftDeutsche Zeitschrift fur Sportmedizin
Jahrgang67
Ausgabenummer11
Seiten (von - bis)255-261
Seitenumfang7
ISSN0344-5925
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 01.11.2016

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  1. SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
    SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

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  • Forschungsschwerpunkt: Gehirn, Hormone, Verhalten - Center for Brain, Behavior and Metabolism (CBBM)

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