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Kardiale Toxizität durch Strahlentherapie bei Brustkrebs: Aktuelle Ergebnisse, Bewertung und Prävention

Marc D. Piroth*, René Baumann, Wilfried Budach, Jürgen Dunst, Petra Feyer, Rainer Fietkau, Wulf Haase, Wolfgang Harms, Thomas Hehr, David Krug, Arnd Röser, Felix Sedlmayer, Rainer Souchon, Frederik Wenz, Rolf Sauer

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit

Abstract

Hintergrund Kardiale Spättoxizitäten aufgrund einer Bestrahlung der Brust (insbesondere linksseitig) sind als seltene aber relevante Folgeerscheinungen darstellbar, was weitere Untersuchungen mit Identifikation aussagekräftiger Risikostrukturen sowie folgend die Definition von Grenzdosen kardialer Subvolumina sinnvoll erscheinen lässt. Methoden Ein Literaturreview wurde durchgeführt, um die klinische Evidenz der strahlentherapieinduzierten Herztoxizität zu beleuchten. Die mittlere Herzdosis sowie auch kardiale Substrukturen wurden fokussiert, basierend auf Berichten mit Dosis-Wirkungs-Abhängigkeiten. Des Weiteren wird ein Überblick der technischen Möglichkeiten der Herzschonung gegeben und nichtradiotherapeutische Aspekte der Kardiotoxizität in der multimodalen Behandlung des Mammakarzinoms werden kommentiert. Ergebnisse Basierend auf den verfügbaren Daten empfiehlt das Expertenpanel Mamma der DEGRO folgende Grenzwerte, um das Herz so effektiv wie möglich zu schützen: mittlere Herzdosis <2,5 Gy; Dmean LV (mittlere Dosis linksventrikulär) < 3 Gy; V5LV (Volumen des linken Ventrikels, das ≥5 Gy erhält) < 17%; V23LV (Volumen des linken Ventrikels, das ≥23 Gy erhält) < 5%; Dmean LAD (mittlere Dosis der linken anterioren absteigenden Koronararterie) < 10 Gy; V30LAD (Volumen der LAD, das ≥30 Gy erhält) < 2%; V40LAD (Volumen der LAD, das ≥40 Gy erhält) < 1%. Schlussfolgerung Zusätzlich zur mittleren Herzdosis sollten kardiale Subvolumina, wie linker Ventrikel und LAD, mit entsprechenden Grenzwerten in die Bestrahlungsplanung des Mammakarzinoms einbezogen werden. Die Dosisgrenzwerte sollen dem Kliniker helfen, das Herz bei der Bestrahlungsplanung der Brust adäquat zu schützen. Die individuelle Entscheidung zwischen einer suffizienten Schonung kardialer Strukturen einerseits und der optimalen Zielvolumenabdeckung andererseits bleibt in der Hand des Arztes. Das Risiko der brustkrebsspezifischen Mortalität und die sonstigen kardialen Risikofaktoren des Patienten müssen individuell gegenüber möglichen strahleninduzierten Herztoxizitäten abgewogen werden.
Titel in ÜbersetzungHeart toxicity from breast cancer radiotherapy: Current findings, assessment, and prevention
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftStrahlentherapie und Onkologie
Jahrgang195
Ausgabenummer1
ISSN0179-7158
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 21.01.2019

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  1. SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
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