Abstract
Fragestellung: Die verbreitete Inanspruchnahme des Hausarztes durch die Bevölkerung und die nachgewiesene Wirksamkeit von Kurzinterventionen zum Tabakrauchen sprechen für den Ausbau von sekundärpräventiven Screening- und Beratungsroutinen in der Hausarztpraxis. Es ist bekannt, dass die Umsetzung der Leitlinien zur Tabakentwöhnung bislang nur unzureichend erfolgt. Dabei ist eine Diskrepanz zwischen dem Selbstverständnis der Hausärzte als Präventionsverantwortliche auf der einen Seite und dem Mangel an systematischer Erfassung des Rauchstatus sowie dem regelmäßigen Angebot von Beratungen für alle Raucher auf der anderen Seite zu beobachten. Ziel dieser Studie ist es 1.) einen Überblick über den Stand der Forschung zu Kurzinterventionen zur Förderung der Tabakabstinenz in der hausärztlichen Praxis zu geben, 2.) die Häufigkeit und Bedingungen für das Ansprechen auf das Rauchverhalten in einer repräsentativen Stichprobe von hausärztlicher Patienten zu untersuchen und 3.) einen Ausblick auf innovative Ansätze zu geben, die eine Verbesserung der derzeitigen Versorgungssituation versprechen.
Methodik: Als Stichprobe wurden konsekutive Patienten einer Zufallsauswahl von 34 hausärztlichen Praxen (Teilnahmerate 87%) in Vorpommern genutzt. Eingeschlossen wurden rauchende Patienten im Alter von 18 bis 70 Jahren. Von 2016 Patienten gaben 1653 (82%) ihr Einverständnis zur Studienteilnahme. In die Analyse wurden Patienten einbezogen, die seit mehr als einem Jahr Patient bei ihrem Hausarzt waren (N=1066). Die Daten wurden per Fragebogen im Wartezimmer erhoben.
Ergebnisse: Ein Anteil von 42% der Befragten gab an, irgendwann einmal vom Hausarzt auf das Thema Rauchen angesprochen worden zu sein. Für die letzten 12 Monate bestätigten dies 27%. Verglichen mit Patienten, die in den vergangenen 12 Monaten nicht angesprochen wurden, waren diese Patienten älter und häufiger männlich, rauchten mehr Zigaretten pro Tag, hatten in den letzten 12 Monaten häufiger einen Abstinenzversuch unternommen sowie häufiger Entwöhnungshilfen in Anspruch genommen und wiesen eine höhere Nikotinabhängigkeit auf. Eine Regressionsanalyse mit simultaner Betrachtung aller univariat bedeutsamen Variablen bestätigte diese Zusammenhänge bis auf die Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag.
Schlussfolgerung: Die Leitlinien zur Tabakentwöhnung, die u. a. mindestens einmal pro Jahr einen Ratschlag des Arztes zum Rauchstopp vorsehen, werden nur etwa bei jedem 4. Raucher umgesetzt. Dabei werden vor allem jene Raucher angesprochen, bei denen die negativen Folgen des Rauchens schon mit größerer Wahrscheinlichkeit manifest sind. Unterstützung in Form von Training in motivierenden Gesprächstechniken, Einbeziehung des Praxenpersonals oder Nutzung von Erinnerungshilfen erscheinen vielversprechend, um die Beratungssituation zum Tabakrauchen in der Hausarztpraxis zu verbessern.
Methodik: Als Stichprobe wurden konsekutive Patienten einer Zufallsauswahl von 34 hausärztlichen Praxen (Teilnahmerate 87%) in Vorpommern genutzt. Eingeschlossen wurden rauchende Patienten im Alter von 18 bis 70 Jahren. Von 2016 Patienten gaben 1653 (82%) ihr Einverständnis zur Studienteilnahme. In die Analyse wurden Patienten einbezogen, die seit mehr als einem Jahr Patient bei ihrem Hausarzt waren (N=1066). Die Daten wurden per Fragebogen im Wartezimmer erhoben.
Ergebnisse: Ein Anteil von 42% der Befragten gab an, irgendwann einmal vom Hausarzt auf das Thema Rauchen angesprochen worden zu sein. Für die letzten 12 Monate bestätigten dies 27%. Verglichen mit Patienten, die in den vergangenen 12 Monaten nicht angesprochen wurden, waren diese Patienten älter und häufiger männlich, rauchten mehr Zigaretten pro Tag, hatten in den letzten 12 Monaten häufiger einen Abstinenzversuch unternommen sowie häufiger Entwöhnungshilfen in Anspruch genommen und wiesen eine höhere Nikotinabhängigkeit auf. Eine Regressionsanalyse mit simultaner Betrachtung aller univariat bedeutsamen Variablen bestätigte diese Zusammenhänge bis auf die Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag.
Schlussfolgerung: Die Leitlinien zur Tabakentwöhnung, die u. a. mindestens einmal pro Jahr einen Ratschlag des Arztes zum Rauchstopp vorsehen, werden nur etwa bei jedem 4. Raucher umgesetzt. Dabei werden vor allem jene Raucher angesprochen, bei denen die negativen Folgen des Rauchens schon mit größerer Wahrscheinlichkeit manifest sind. Unterstützung in Form von Training in motivierenden Gesprächstechniken, Einbeziehung des Praxenpersonals oder Nutzung von Erinnerungshilfen erscheinen vielversprechend, um die Beratungssituation zum Tabakrauchen in der Hausarztpraxis zu verbessern.
| Originalsprache | Deutsch |
|---|---|
| Zeitschrift | Suchttherapie |
| Jahrgang | 8 |
| Ausgabenummer | 4 |
| Seiten (von - bis) | 141-147 |
| Seitenumfang | 7 |
| ISSN | 1439-9903 |
| DOIs | |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 2007 |
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Dieser Output leistet einen Beitrag zu folgendem(n) Ziel(en) für nachhaltige Entwicklung
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Strategische Forschungsbereiche und Zentren
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