Erythropoietin-Gen Doping: Fakten und Fiktionen

Wolfgang Jelkmann*

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit
2 Zitate (Scopus)

Abstract

Die im Sport verbotenen Substanzen und Methoden zur Erhöhung der Hämoglobinmasse (“Blutdoping”) beinhalten Erythrozytentransfusionen, Hämoglobininfusionen, den Erythropoietinrezeptor aktivierende rekombinante oder chemische Arzneistoffe, den Transfer des Erythropoietingens (EPO) und EPO aktivierende Substanzen. Letztere zwei Methoden werden hier betrachtet. Der EPO-Transfer wurde bereits in Tierversuchen und ersten klinischen Studien erprobt, ist jedoch medizinisch nicht ausgereift. Vorrangiges Problem ist die Immunogenität der transgenen DNA bzw. Zellen und der rekombinanten Proteine. Es gibt jedoch kleinmolekulare Stoffe, welche auf die Transkriptionsfaktoren einwirken, die das endogene EPO kontrollieren. Da diese Chemikalien leicht erhältlich sind und oral eingenommen werden können, besteht die Gefahr, dass sie im Sport angewendet werden. Zu solchen Substanzen gehören Antagonisten von GATA, die den EPO-Promotor de-blockieren, und Stabilisatoren der Hypoxie induzierbaren Transkriptionsfaktoren (HIF), die den EPO-Enhancer aktivieren. Während die Hoffnung besteht, dass der direkte EPO-Transfer noch keinen Eingang in die Sportszene gefunden hat, stellen die chemischen Stoffe, die EPO induzieren, eine reale Gefahr dar. Dies gilt insbesondere für Kobaltsalze, die oral eingenommen werden können.
Titel in ÜbersetzungErythropoietin gene doping: Facts and fictions
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftSportwissenschaft
Jahrgang42
Ausgabenummer4
Seiten (von - bis)280-285
Seitenumfang6
ISSN0342-2380
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 12.2012

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Forschungsschwerpunkt: Gehirn, Hormone, Verhalten - Center for Brain, Behavior and Metabolism (CBBM)

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