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Ernährungstherapie bei Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes- und Jugendalter: wie ist die Evidenz?

J. Sausmikat*, M. Smollich

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit

Abstract

Hintergrund: Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) zählen zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen des Kindes- und Jugendalters. Neben genetischen Einflüssen scheinen auch Umweltfaktoren zur ASS-Pathogenese beizutragen. Angehörige von Kindern und Jugendlichen mit ASS fragen oft nach bestimmten Diätformen, um die ASS-Symptomatik zu lindern. Ziel dieser Übersichtsarbeit ist die evidenzbasierte Bewertung der verfügbaren Daten zu ernährungstherapeutischen Interventionen bei Kindern und Jugendlichen mit ASS; die behandelnden Ärzte sollen so in die Lage versetzt werden, entsprechende Diäten fundiert beurteilen zu können.

Methodik: Unter Anwendung definierter Ein- und Ausschlusskriterien wurde eine systematische Literaturrecherche in PubMed, Cinahl und The Cochrane Library durchgeführt; eingeschlossen wurden nur Studien, die nach 1999 publiziert wurden. Die Studienqualität wurde entsprechend mit CONSORT-, STROBE- und PRISMA-Checklisten bewertet.

Ergebnisse: Es konnten 12 randomisiert-kontrollierte Studien und 2 nicht-kontrollierte Studien in die Auswertung einbezogen werden (n=971). Die Wirksamkeit der häufig angewendeten Gluten-/Casein-freien Diäten (GFCF) ist nicht belegt, und entsprechende valide prädiktive Parameter existieren ebenfalls nicht.

Schlussfolgerung: Auf Grundlage der verfügbaren Daten lassen sich keine evidenzbasierten Empfehlungen für ernährungstherapeutische Interventionen bei Kindern und Jugendlichen mit ASS ableiten. Zukünftige Studien müssen klären, ob einzelne Patienten-Subgruppen dennoch von bestimmten Diätformen profitieren könnten.
Titel in ÜbersetzungNutritional Therapy for Children and Adolescents with Autism Spectrum Disorders: What is the Evidence?
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftKlinische Padiatrie
Jahrgang228
Ausgabenummer2
Seiten (von - bis)62-68
Seitenumfang7
ISSN0300-8630
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 01.03.2016

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  1. SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
    SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

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  • Forschungsschwerpunkt: Gehirn, Hormone, Verhalten - Center for Brain, Behavior and Metabolism (CBBM)

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