Elektrophysiologische befunde bei der synasthesie

K. Schlitz, K. Trocha, B. M. Wieringa, H. M. Emrich, S. Johannes, T. F. Munte*

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit
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Abstract

Unter Synästhesien versteht man Sinneseindrücke in einer nicht stimulierten Modalität, die die Stimulation in einer anderen Modalität obligat begleiten (zum Beispiel „farbiges” Hören). Eine Beziehung zu eidetischen Fähigkeiten wird angenommen. Eine Gruppe von 17 Personen mit Synästhesien und eine gleichgroße Kontrollgruppe wurden in einem Experiment getestet, das darauf abzielt, intersensorische Konflikte zu induzieren. Während einer Lernphase wurden 4 japanische Buchstaben vielfach in einer immer gleichen, jedoch für jedes Symbol verschiedenen Farbe präsentiert. In der Testphase, während der von 29 Skalppositionen die ereigniskorrelierten Hirnpotentiale registriert wurden, wurden die japanischen Symbole in verschiedenen Farben präsentiert. Die Probanden hatten die Aufgabe, für jedes Symbol einen Knopf zu drücken, der die dem Symbol entsprechende Farbe hatte. Die Reaktionszeiten beider Gruppen zeigten einen geringen, gleichgroßen Interferenzeffekt der gelernten Farbe. Die Hirnpotentiale ergaben hingegen keinen Unterschied zwischen gelernten und nicht gelernten Farb-Symbol-Kombinationen. Somit konnte die postulierte Beziehung von Synästhesien zu eidetischen Fähigkeiten durch dieses Experiment nicht bestätigt werden. Es fand sich jedoch ein signifikanter Gruppenunterschied, dergestalt, daß die Synästhesie-Probanden über frontalen Kortexarealen einen wesentlich positiveren Kurvenverlauf nahmen. Die mögliche Rolle des frontalen Kortex bei der Entstehung von Synästhesien wird diskutiert.
Titel in ÜbersetzungElectrophysiological findings in synesthesia
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftKlinische Neurophysiologie
Jahrgang29
Ausgabenummer1
Seiten (von - bis)29-36
Seitenumfang8
ISSN1434-0275
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 1998

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Forschungsschwerpunkt: Gehirn, Hormone, Verhalten - Center for Brain, Behavior and Metabolism (CBBM)

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