Abstract
Hintergrund
Bisher galten rekurrente Translokationen und Genfusionen bei den sehr häufigen epithelialen Tumoren als ein seltenes Ereignis. Überraschenderweise hat unsere Arbeitsgruppe vor kurzem mittels eines neuen bioinformatischen Ansatzes eine neuartige Genfusion beim Prostatakarzinom identifiziert. Dabei fusioniert das androgenregulierte Gen TMPRSS2 mit einem der 3 Gene der ETS-Gengruppe. Bei den ETS-Genen handelt es sich um eine Gruppe von Transkriptionsfaktoren, die bereits in Ewing-Sarkomen als transloziert beschrieben wurden. Ähnlich wie bei Ewing-Tumoren scheint die Genfusion auch beim Prostatakarzinom nachgeschaltete genetische Veränderungen und das klinischen Verhalten zu beeinflussen.
Material
Diese kürzlich entdeckte Genfusion lässt sich in der Mehrzahl der klinisch auffälligen Prostatakarzinome nachweisen und führt zur Überexpression der 3 ETS-Transkriptionsfaktoren ERG (21q22.3), ETV1 (7p21.2) oder ETV4 (17q21). Unter Berücksichtigung der hohen Inzidenz des Prostatakarzinoms und dem relativ hohen Prozentsatz TMPRSS2-ETS-positiver Karzinome handelt es sich um die am häufigsten vorkommende Alteration auf chromosomaler Ebene, die bisher bei einer menschlichen Neoplasie beschrieben wurde. Auβerdem ist dies die einzige rekurrente Genfusion in einem Tumor mit einer der höchsten Prävalenzen.
Ergebnisse
Inzwischen wurde mehrfach bestätigt, dass ERG das häufigste der ETS-Gene ist, das mit TMPRSS2 fusioniert. Die Genfusion gilt als frühes Ereignis in der Entstehung des Prostatakarzinoms. Neuere Daten legen nahe, dass die Genfusion beim Prostatakarzinom einen charakteristischen klinischen Verlauf definiert und somit dessen Nachweis als diagnostischer Test und Biomarker mit prognostischer Relevanz eingesetzt werden kann. Ähnlich wie die Entdeckung des Philadelphia-Chromsoms in der chronisch myeloischen Leukämie (CML) könnte darüber hinaus die TMPRSS2-ETS-Genfusion beim Prostatakarzinom die Grundlage für die Entwicklung einer rationalen, zielgerichteten Therapie sein.
Bisher galten rekurrente Translokationen und Genfusionen bei den sehr häufigen epithelialen Tumoren als ein seltenes Ereignis. Überraschenderweise hat unsere Arbeitsgruppe vor kurzem mittels eines neuen bioinformatischen Ansatzes eine neuartige Genfusion beim Prostatakarzinom identifiziert. Dabei fusioniert das androgenregulierte Gen TMPRSS2 mit einem der 3 Gene der ETS-Gengruppe. Bei den ETS-Genen handelt es sich um eine Gruppe von Transkriptionsfaktoren, die bereits in Ewing-Sarkomen als transloziert beschrieben wurden. Ähnlich wie bei Ewing-Tumoren scheint die Genfusion auch beim Prostatakarzinom nachgeschaltete genetische Veränderungen und das klinischen Verhalten zu beeinflussen.
Material
Diese kürzlich entdeckte Genfusion lässt sich in der Mehrzahl der klinisch auffälligen Prostatakarzinome nachweisen und führt zur Überexpression der 3 ETS-Transkriptionsfaktoren ERG (21q22.3), ETV1 (7p21.2) oder ETV4 (17q21). Unter Berücksichtigung der hohen Inzidenz des Prostatakarzinoms und dem relativ hohen Prozentsatz TMPRSS2-ETS-positiver Karzinome handelt es sich um die am häufigsten vorkommende Alteration auf chromosomaler Ebene, die bisher bei einer menschlichen Neoplasie beschrieben wurde. Auβerdem ist dies die einzige rekurrente Genfusion in einem Tumor mit einer der höchsten Prävalenzen.
Ergebnisse
Inzwischen wurde mehrfach bestätigt, dass ERG das häufigste der ETS-Gene ist, das mit TMPRSS2 fusioniert. Die Genfusion gilt als frühes Ereignis in der Entstehung des Prostatakarzinoms. Neuere Daten legen nahe, dass die Genfusion beim Prostatakarzinom einen charakteristischen klinischen Verlauf definiert und somit dessen Nachweis als diagnostischer Test und Biomarker mit prognostischer Relevanz eingesetzt werden kann. Ähnlich wie die Entdeckung des Philadelphia-Chromsoms in der chronisch myeloischen Leukämie (CML) könnte darüber hinaus die TMPRSS2-ETS-Genfusion beim Prostatakarzinom die Grundlage für die Entwicklung einer rationalen, zielgerichteten Therapie sein.
| Titel in Übersetzung | TMPRSS2-ETS gene fusion in prostate cancer |
|---|---|
| Originalsprache | Deutsch |
| Zeitschrift | Urologe - Ausgabe A |
| Jahrgang | 46 |
| Ausgabenummer | 7 |
| Seiten (von - bis) | 754-760 |
| Seitenumfang | 7 |
| ISSN | 0340-2592 |
| DOIs | |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 07.2007 |
UN SDGs
Dieser Output leistet einen Beitrag zu folgendem(n) Ziel(en) für nachhaltige Entwicklung
-
SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
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