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Determinanten der Teilnahme an Seminartagen eines Weiterbildungsprogramms: eine qualitative Studie mit Ärztinnen/Ärzten in Weiterbildung Allgemeinmedizin

Simon Schwill*, Elisabeth Flum, Joachim Szecsenyi, Jost Steinhäuser

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit

Abstract

Hintergrund

Zu den Strategien gegen den deutschlandweiten Nachwuchsmangel in der Allgemeinmedizin gehört die Verbesserung der Qualität der Weiterbildung durch sog. Kompetenzzentren Weiterbildung (KW). Ein zentrales Angebot ist das Seminarprogramm. Es wurde beobachtet, dass manche Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin (ÄiW) regelmäßig und engagiert, andere gar nicht teilnehmen. Ziel dieser Studie war die für eine regelmäßige Teilnahme fördernden und hemmenden Faktoren zu explorieren.
Methoden

Als Teilnehmer*innen (TN) wurden ausschließlich ÄiW der Verbundweiterbildungplus Baden-Württemberg, dem Vorläufer der KWBW Verbundweiterbildungplus©, rekrutiert. Vorab wurde das Teilnahmeverhalten in 2014 und 2015 analysiert. Die besonders aktiven und die besonders inaktiven TN wurden zur Teilnahme an der qualitativen Studie eingeladen. Es erfolgten leitfadengestützte Telefoninterviews. Die qualitative Inhaltsanalyse erfolgte durch drei unabhängige Wissenschaftler*innen.
Ergebnisse

Insgesamt wurde das Teilnahmeverhalten von n = 353 ÄiW analysiert. N = 30 wurden rekrutiert, davon n = 13 als inaktive (=no show). Die durchschnittliche Interviewdauer betrug 25 Minuten (13-36 Min.). ÄiW motivierte eine praxisnahe, vielseitige und zielgruppenorientierte Themenwahl. Besonders gewinnbringend waren die professionelle und persönliche Vernetzung. ÄiW bevorzugten Seminartage während der Arbeitszeit, die die Weiterbildung strukturieren und den praktischen Alltag ergänzen. Wesentlich für die TN waren Dozent*innen mit Erfahrungsschatz und fachlicher wie didaktischer Kompetenz. Als hemmende Faktoren benannten ÄiW eine fehlende Selbstverständlichkeit der Freistellung. Des Weiteren erklärten sie Nicht-Teilnahmen durch eine weite Anreise, Themenwiederholungen und ein schlechtes Verhältnis von Inhalt zu sozialem Austausch. Insbesondere eine individuell hohe Belastung durch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit der Hauptverantwortung für die Kinder kann eine Teilnahme behindern.
Schlussfolgerung

Neben dem Ziel sich inhaltlich weiterzubilden motiviert ÄiW vor allem die soziale Interaktion: Auf den Seminartagen erfahren die TN durch die Vernetzung das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit und sie werden motiviert ihrer Facharztweiterbildung Allgemeinmedizin weiter zu folgen. Die regelmäßige Teilnahme setzt eine zuverlässige Freistellung voraus. KW sollten die explorierten Faktoren für das Qualitätsmanagement und die Programmplanung berücksichtigen sowie, wenn möglich, geeignete Gegenmaßnahmen entwickeln und diese evaluieren.
Titel in ÜbersetzungDeterminants of participation in seminars as part of a post-graduate training programme: a qualitative study with general practice residents
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftZeitschrift fur Evidenz, Fortbildung und Qualitat im Gesundheitswesen
Jahrgang163
Seiten (von - bis)57-65
Seitenumfang9
ISSN1865-9217
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 06.2021

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  1. SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
    SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

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