Zur Hauptnavigation wechseln Zur Suche wechseln Zum Hauptinhalt wechseln

Depression und Schlaf-der gegenwärtige Forschungsstand

D. Riemann, Martina Schnitzler, F. Hohagen, M. Berger

Abstract

Normabweichungen des REM-Schlafs bei depressiven Störungen, wie eine verkürzte REM-Latenz, eine Verlängerung der ersten REM-Periode und eine erhöhte REM-Dichte, htiben große Beachtung in der biologisch-psychiatrischen Forschung gefunden. Anfangliche Hoffnungen, daß diese Veränderungen der REM-Schlafverteilung spezifische Marker für den primären/endogenen Subtyp von Depressionen darstellen, haben sich jedoch nicht erfüllt. Darüber hinaus wird die Spezifität der REM-Schlafdesinhibition für depressive Störungen inzwischen generell in Zweifel gezogen. Demographische Variablen, etwa Lebensalter und Geschlecht, üben ferner einen beträchtlichen Einfluß auf die Schlafphysiologie aus und bedürfen bei der Erforschung spezifischer Marker depressiver Störungen einer strikten Kontrolle. Neben Baseline-Studien verweisen Ergebnisse des cholinergen REM-Induktions- Tests (CRIT) auf eine erhöhte Reagibilität des REM-Schlafsystems gegenüber cholinerger Stimulation bei depressiven Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen und anderer psychopathologischer Störungsgruppen mit Ausnahme der Schizophrenie. Der REM-schlafunterdrückende Effekt der meisten Antidepressiva spricht überdies für eine besondere Relevanz des REM-Schlafs bei depressiven Patienten. Ferner unterstreicht die antidepressive Wirkung selektiven REM-Schlafentzugs die Bedeutung der an der REM-Schlafregulation beteiligten Mechanismen für das Verständnis der Pathophysiologie depressiver Störungen. Der günstige Effekt des Schlafentzugs auf depressive Stimmung, der durch kurze Tagschlafepisoden ("naps") umgekehrt werden kann, weist außerdem auf zusammenhänge zwischen Schlaf und Depression hin.

Die oben beschriebenen experimentellen Evidenzen führten zur Entwicklung einer Reihe von Theorien, die depressionstypische Schlafmuster erklären sollen: so z. B. die REM-Schlafdeprivations-Hypothese, die Arousal-Hypothese, das Zwei-Prozeß·Modell und das Modell der reziproken Interaktion von NonREM-REM-Schlafregulation. Die verschiedenen Ansätze werden diskutiert und zu den empirischen Befunden in Bezug gesetzt.
Titel in ÜbersetzungDepression and Sleep-Present State of Research
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftFortschritte der Neurologie Psychiatrie
Jahrgang62
Ausgabenummer12
Seiten (von - bis)458-478
Seitenumfang21
ISSN0720-4299
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 01.1994

UN SDGs

Dieser Output leistet einen Beitrag zu folgendem(n) Ziel(en) für nachhaltige Entwicklung

  1. SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
    SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
  2. SDG 10 – Weniger Ungleichheiten
    SDG 10 – Weniger Ungleichheiten

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Forschungsschwerpunkt: Gehirn, Hormone, Verhalten - Center for Brain, Behavior and Metabolism (CBBM)

Fingerprint

Untersuchen Sie die Forschungsthemen von „Depression und Schlaf-der gegenwärtige Forschungsstand“. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Fingerprint.

Zitieren