Computertomographie oder Magnetresonanztomographie zur Diagnostik des chronischen Koronarsyndroms?

A. Haenel*, E. Stahlberg, M. M. Sieren, J. Barkhausen

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit

Abstract

Hintergrund: Nichtinvasive bildgebende Verfahren haben in den aktuellen Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) eine zentrale Bedeutung bei der Diagnostik des chronischen Koronarsyndroms (CCS), während die Rolle einer primären invasiven Koronarangiographie in diesem Zusammenhang zunehmend in Frage gestellt wird. Die vorliegende Übersichtsarbeit bietet eine Zusammenfassung der wichtigsten diagnostischen Strategien aus Sicht der Radiologie.
Methodisches Problem: Der diagnostische Algorithmus orientiert sich an der Vortestwahrscheinlichkeit (VTW) für das Vorliegen eines CCS, die anhand von Alter, Geschlecht und Symptomen abgeschätzt werden kann. Wichtig ist dabei, dass die VTW in den aktuellen Leitlinien im Vergleich zu älteren Empfehlungen deutlich gesunken ist, und diese Veränderung hat Auswirkungen auf die Auswahl
des am besten geeigneten bildgebenden Verfahrens.
Radiologische Standardverfahren: Bei Patienten mit niedriger VTW (>5 % und <15 %) und ohne vordiagnostizierte koronare Herzerkrankung (KHK) kann mit einer unauffälligen computertomographischen Angiographie (CTA) der Koronargefäße ein CCS sicher ausgeschlossen werden. Bei Patienten mit erhöhter VTW (>15 %) oder einer bereits vordiagnostizierten KHK sollte primär eine nicht-invasive funktionelle Bildgebung zur Ischämiediagnostik eingesetzt werden.
Leistungsfähigkeit und methodische Innovationen: Die exzellente Sensitivität (89 %) und Spezifität (87 %), die hohe prognostische Relevanz und die fehlende Strahlenexposition machen die Perfusions-Stress-Magnetresonanztomographie (MRT) zur funktionellen Methode der ersten Wahl.
Empfehlung für die Praxis: Radiologen sollten die Empfehlungen der aktuellen Leitlinien kennen und sich für die Etablierung der koronaren CTA und Perfusions-Stress-MRT in der klinischen Routine einsetzen.
Titel in ÜbersetzungComputed tomography or cardiovascular magnetic resonance imaging for diagnosis of chronic coronary syndrome?
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftRadiologe
Jahrgang60
Ausgabenummer12
Seiten (von - bis)1114-1121
Seitenumfang8
ISSN0033-832X
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 01.12.2020

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Forschungsschwerpunkt: Biomedizintechnik

DFG-Fachsystematik

  • 205-30 Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie, Strahlenbiologie
  • 205-32 Medizinische Physik, Biomedizinische Technik

Fingerprint

Untersuchen Sie die Forschungsthemen von „Computertomographie oder Magnetresonanztomographie zur Diagnostik des chronischen Koronarsyndroms?“. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Fingerprint.

Zitieren