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Bilaterales mammakarzinom und lokalrezidiv: Prävalenz von BRCA-1- und BRCA-2-genmutationen an einem unselektionierten kollektiv

Michael Bremer*, Diana Steinmann, Thilo Dörk, Julia Börger, Dirk Rades, Johann H. Karstens

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit

Abstract

Hintergrund:
BRCA-1- und BRCA-2-Mutationen prädisponieren ihre Trägerinnen zu einem deutlich erhöhten Lebenszeitrisiko, an einem kontralateralen Brustkrebs zu erkranken. Es sollten deshalb die Prävalenzen von BRCA-1/BRCA-2-Mutationen an einem unselektionierten Kollektiv von Patientinnen mit bilateralem Brustkrebs überprüft und mittels Matched-Pair-Analyse mit unilateralen Brustkrebspatientinnen verglichen werden.

Patientinnen und Methode: Zwischen September 1995 und Juni 2000 wurde bei 75 Patientinnen mit bilateralem Brustkrebs, die eine postoperative Strahlentherapie erhalten hatten, genomische DNA auf Mutationen aller kodierenden Exons und flankierenden Introns des BRCA-1/BRCA-2-Gens mitels Einzelstrangkonformationspolymorphismus-(SSCP-)Analyse und Direktsequenzierung aberranter Befunde untersucht. Die Ergebnisse wurden mit 75 Matched-Pair-Patientinnen mit unilateralem Brustkrebs (paarweise nach Alter und Familienanamnese) verglichen, bei denen ein Screening auf häufige Mutationen im BRCA-1- und BRCA-2-Gen erfolgte. Die Therapieergebnisse der Patientinnen mit bilateralem Brustkrebs wurden mit Hinblick auf eine Genträgerschaft von BRCA-1/BRCA-2-Mutationen analysiert.

Ergebnisse: Es wurden fünf verschiedene trunkierende Deletionen (BRCA-1-Gen: 1; BRCA-2-Gen: 4) bei sechs Patientinnen mit bilateralem Brustkrebs identifiziert. Drei der sechs Mutationsträgerinnen wiesen ein Lokalrezidiv auf, während dies bei neun von 69 Nichtträgerinnen der Fall war. Nach Radiotherapie trat bei fünf Patientinnen (fünf von 126 bestrahlten Brüsten bzw. Brustwänden) ein Lokalrezidiv auf; bei drei dieser Patientinnen (60%) handelte es sich um Trägerinnen einer BRCA-1/BRCA-2-Mutation. In der Vergleichsgruppe der Patientinnen mit unilateralem Brustkrebs konnten drei pathogene BRCA-1-Mutationen gefunden werden.

Schlussfolgerungen: Eine klare Assoziation zwischen bilateralem Brustkrebs und BRCA-1/BRCA-2-Mutationen war in unserem bevölkerungsbezogenen Kollektiv nicht nachweisbar. Bei Patientinnen mit bilateralem Mammakarzinom und Lokalrezidiv, insbesondere nach Radiotherapie, scheint eine BRCA-1/BRCA-2-Genmutation möglicherweise häufig vorzuliegen.
Titel in ÜbersetzungBilateral breast cancer and local relapse: A hospital-based study of the prevalence of BRCA 1 and BRCA 2 gene mutations
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftStrahlentherapie und Onkologie
Jahrgang177
Ausgabenummer7
Seiten (von - bis)325-329
Seitenumfang5
ISSN0179-7158
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2001

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