Atembewegungskompensierte, robotergeführte stereotaktische Körperstammstrahlentherapie: Analyse der Rezidivmuster

Susanne Stera*, Panagiotis Balermpas, Mark K.H. Chan, Stefan Huttenlocher, Stefan Wurster, Christian Keller, Detlef Imhoff, Dirk Rades, Jürgen Dunst, Claus Rödel, Guido Hildebrandt, Oliver Blanck

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit
20 Zitate (Scopus)

Abstract

Zweck
Wir führten eine retrospektive Untersuchung der Rezidivmuster bei der Behandlung von Tumoren in bewegten Organen mittels robotergeführter in Echtzeit atembewegungskompensierter (EAK) stereotaktischer Körperstammstrahlentherapie (SBRT) durch.

Patienten und Methoden
Zwischen 2011 und 2016 wurden insgesamt 198 Patienten mit 280 Lungen‑, Leber- und Abdominaltumoren mit EAK-SBRT behandelt. Das mediane makroskopische Tumorvolumen (GTV) lag bei 12,3 cm3 (0,1–372,0 cm3). Die mediane mittlere GTV-BEDα / β = 10 Gy lag bei 148,5 Gy10 (31,5–233,3 Gy10; BED = biologisch effektive Dosis) und die verschriebene PTV-BEDα / β = 10 Gy bei 89,7 Gy10 (28,8–151,2 Gy10; PTV = Planungszielvolumen). Wir analysierten das Gesamtüberleben (GÜ) und die lokale Kontrolle (LK) basierend auf verschiedenen Faktoren, einschließlich BED mit α/β-Verhältnissen von 15 Gy (Lungenmetastasen), 21 Gy (primäre Lungentumoren) und 27 Gy (Lebermetastasen).

Ergebnisse
Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 10,4 Monate (2,0–59,0 Monate). Die 2‑Jahres-LK betrug 100 und 86,4 % für primäre Lungentumoren im Früh- bzw. fortgeschrittenen Stadium, 100 % für Lungenmetastasen, 82,2 % für Lebermetastasen und 90 % für extrapulmonale, extrahepatische Metastasen. Die 2‑Jahres-GÜ-Rate über alle Patienten betrug 47,9 %. In der uni- und multivariaten Analyse wurde die LK vor allem durch eine zur üblichen Praxis vergleichsweise niedrige PTV-Verschreibungsdosis (äquivalent zu 3‑mal 12–13 Gy) sowie durch höhere mittlere GTV-Dosen (äquivalent zu 3‑mal 18 Gy) beeinflusst. Für ein hohes GÜ waren ein hoher Karnofsky-Index (100 %), das Geschlecht (weiblich) und die SBRT ohne gleichzeitige Chemotherapie prognostisch signifikant. Grad-3-Nebenwirkungen waren selten (0,5 %).

Schlussfolgerungen
Die robotergeführte EAK-SBRT kann als eine sichere und wirksame Behandlung für solide Tumoren in beweglichen Organen angesehen werden. Für eine ausreichend hohe lokale Kontrollrate sind hohe mittlere GTV-Dosen erforderlich. Weitere prospektive Studien sind nötig, um diese Punkte zu evaluieren.

Titel in ÜbersetzungBreathing-motion-compensated robotic guided stereotactic body radiation therapy: Patterns of failure analysis
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftStrahlentherapie und Onkologie
Jahrgang194
Ausgabenummer2
Seiten (von - bis)143-155
Seitenumfang13
ISSN0179-7158
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 01.02.2018

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