Abstract
Hintergrund: Im Notarzt- dienst werden ambulante Patientenversorgungen vielfach als „relative Fehleinsätze" betrachtet. Diese Versorgungspraxis soll eingehender untersucht wer- den. Es wird geprüft, ob ein Zusammenhang zur Qualifikation des Notarztes besteht.
Methodik: Bei 1639 Einsätzen wurde der Anteil der ambulanten Versorgungen unter Berücksichtigung des Ausbildungsstandes untersucht. Eine telefoni- sche Nachbefragung gab Aufschluss über den weite- ren Verlauf.
Ergebnis: 222 Patienten (13,5%) – mit den vorrangi- gen Diagnosen: Trauma 22%, Orthostase 16,7%, Krampfanfall 9,9%, Hypoglykämie 9,5%, Hyperventi- lation 8,6%, Intoxikation 8,6%, Asthma / Dyspnoe / Pneumonie 8,1% – wurden ohne initiale Klinikein- weisung versorgt. Fachärzte versorgten signifikant häufiger Patienten ambulant als Ärzte in Weiter- bildung (22% vs. 7,7%). Anhand des Mainz- Emergency-Evaluation-Score (MEES) ließen sich effektivere Versorgungen durch Fachärzte nachwei- sen. 149 Patienten wurden nachbefragt: 49,7% kon- sultierten innerhalb von 5 Tagen einen Vertragsarzt, 2,7% wurden innerhalb von 5 Tagen in eine Klinik aufgenommen, 47,6% wurden ausschließlich vom Notarzt versorgt.
Schlussfolgerungen: Ambulante Patientenversor- gungen durch den Notarzt sollten nicht zwangsläufig als relativer Fehleinsatz interpretiert werden. In Ab- hängigkeit vom Ausbildungsstand kann der Notarzt einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der klini- schen Notaufnahme leisten.
Methodik: Bei 1639 Einsätzen wurde der Anteil der ambulanten Versorgungen unter Berücksichtigung des Ausbildungsstandes untersucht. Eine telefoni- sche Nachbefragung gab Aufschluss über den weite- ren Verlauf.
Ergebnis: 222 Patienten (13,5%) – mit den vorrangi- gen Diagnosen: Trauma 22%, Orthostase 16,7%, Krampfanfall 9,9%, Hypoglykämie 9,5%, Hyperventi- lation 8,6%, Intoxikation 8,6%, Asthma / Dyspnoe / Pneumonie 8,1% – wurden ohne initiale Klinikein- weisung versorgt. Fachärzte versorgten signifikant häufiger Patienten ambulant als Ärzte in Weiter- bildung (22% vs. 7,7%). Anhand des Mainz- Emergency-Evaluation-Score (MEES) ließen sich effektivere Versorgungen durch Fachärzte nachwei- sen. 149 Patienten wurden nachbefragt: 49,7% kon- sultierten innerhalb von 5 Tagen einen Vertragsarzt, 2,7% wurden innerhalb von 5 Tagen in eine Klinik aufgenommen, 47,6% wurden ausschließlich vom Notarzt versorgt.
Schlussfolgerungen: Ambulante Patientenversor- gungen durch den Notarzt sollten nicht zwangsläufig als relativer Fehleinsatz interpretiert werden. In Ab- hängigkeit vom Ausbildungsstand kann der Notarzt einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der klini- schen Notaufnahme leisten.
| Titel in Übersetzung | Prehospital assessment by emergency physicians: A sign of qualification or merely an unnecessary mission? |
|---|---|
| Originalsprache | Deutsch |
| Zeitschrift | Anasthesiologie und Intensivmedizin |
| Jahrgang | 47 |
| Ausgabenummer | 3 |
| Seiten (von - bis) | 124-132 |
| Seitenumfang | 9 |
| ISSN | 0170-5334 |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 03.2006 |
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