Übersicht der apparativen entwicklungen in der optischen kohärenztomografie: von der darstellung der retina zur unterstützung therapeutischer eingriffe

G. Hüttmann*, E. Lankenau, C. Schulz-Wackerbarth, M. Müller, P. Steven, R. Birngruber

*Korrespondierende/r Autor/-in für diese Arbeit
17 Zitate (Scopus)

Abstract

Hintergrund: Die optische Kohärenztomografie (OCT) ist ein relativ junges diagnostisches Verfahren, das in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen hat. Die neue Technik des Spektral-Domain-OCT (SD-OCT) erlaubte es, die Messgeschwindigkeit hundertfach zu steigern. Es wird dadurch eine dreidimensionale Gewebsdarstellung und eine Echtzeitabbildung sich bewegender Strukturen möglich. Die dreidimensionale Darstellung des Gewebes verbessert quantitative morphologische Messungen, erlaubt die Verfolgung von morphologischen Veränderungen über längere Zeit und verbessert die Korrelation von OCT-Befunden mit den Ergebnissen anderer bildgebender Verfahren. Die Echtzeitfähigkeit des SD-OCT ermöglicht hierbei auch den direkten Einsatz während einer Spaltlampenuntersuchung und eine Unterstützung chirurgischer Eingriffe. Methodik: Ein SD-OCT wurde an eine Spaltlampe adaptiert und an 70 Patienten (91 Augen) während der Untersuchung des vorderen und des hinteren Augenabschnitts eingesetzt. Zur Demonstration der Möglichkeit eines intraoperativen Einsatzes der OCT wurden SD-OCT-Geräte über eine spezielle Optik an den Kameraport eines Operationsmikroskops gekoppelt. Die SD-OCT-Bildgebung wurde an verschiedenen Testobjekten und enukleierten Schweineaugen mit Bildgebungsgeschwindigkeiten von 20 000 und 210 000 Zeilen pro Sekunde durchgeführt. Ergebnisse und Diskussion: Das SD-OCT erlaubt an einer Spaltlampe die Darstellung des hinteren Augenabschnitts mit einer dem Stratus 3 vergleichbaren Qualität. Aufgrund von Einschränkungen bei der Auslegung der Optik des Spaltlampenadapters und bedingt durch die Verwendung einer Wellenlänge von 830 nm waren bei dem Spaltlampen-OCT jedoch der Messbereich und die Darstellung des Kammerwinkels verglichen mit kommerziellen Geräten eingeschränkt. Durch das OP-Mikroskop war eine dreidimensionale Darstellung der Vorderkammer mit einigen 100 mm Arbeitsabstand möglich. Epithel, Bowman-, Descemet-Membran, Limbus, Iris, Linse, Bindehaut und Sklera waren darstellbar. Instrumente und operative Schnitte in der Kornea konnten in ihrer Lage mit 20 µm Genauigkeit dargestellt werden. Eine Echtzeit-Aufnahme und Darstellung von Volumina mit OCT wurde demonstriert. Die bisher einem klinischen Einsatz eines SD-OCT-Operationsmikroskops entgegenstehenden technischen Probleme konnten gelöst werden, sodass eine klinische Erprobung sich in Vorbereitung befindet. Die intraoperative OCT hat das Potenzial, die Genauigkeit bisheriger Eingriffe zu verbessern und neue chirurgische Verfahren zu ermöglichen.
Titel in ÜbersetzungOptical coherence tomography: From retina imaging to intraoperative use a review
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftKlinische Monatsblatter fur Augenheilkunde
Jahrgang226
Ausgabenummer12
Seiten (von - bis)958-964
Seitenumfang7
ISSN0023-2165
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 15.12.2009

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Forschungsschwerpunkt: Biomedizintechnik

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