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VONKO-034: Alters- und zeitabhängige Trends gynäkologischer Tumoren unter Berücksichtigung der HPV-Impfung – eine Analyse auf Basis von bevölkerungsbezogenen Krebsregisterdaten

Projekt: Projekte aus Eigenmitteln der Institute und Kliniken

Projektdaten

Projektbeschreibung

In den letzten 20 Jahren wurde bei etwa der Hälfte aller an Krebs erkrankten Frauen ein gynäkologischer Tumor diagnostiziert [ZfKD Datenbankabfrage 2026]. Diese Tumoren, zu denen neben dem Mammakarzinom auch das Zervixkarzinom, das Ovarialkarzinom, das Endometriumkarzinom sowie seltenere Tumorarten wie das Vaginal- und Vulvakarzinom gehören, stellen eine erhebliche Krankheitslast bei Frauen dar. Die meisten dieser Tumoren treten bei Frauen über 50 Jahren auf. Aus diesem Grund lag der Schwerpunkt bisheriger Analysen häufig auf älteren Altersgruppen.
Eine aktuelle Publikation von Zhao et al. über die globalen Trends zu Inzidenzen und Fallzahlen von Krebs betont jedoch die große Zunahme von Fällen bei jüngeren Menschen und hat damit für viel Aufruhr gesorgt [Zhao et al. 2023]. Dabei blieb häufig unbeachtet, dass die beschriebene Zunahme von rund 80 % auf Fallzahlen beruhte und dass bei gleichbleibenden Risiken die Zahl der Fälle durch die derzeit in vielen Ländern der Welt zu beobachtende Bevölkerungszunahme steigt bzw. weiter ansteigen wird. Die Interpretation solcher Trends hängt zudem stark von den jeweiligen nationalen Rahmenbedingungen ab, da sich insbesondere für gynäkologische Tumoren die Früherkennungs- und Präventionsmaßahmen regional deutlich unterscheiden.
In Deutschland empfiehlt die STIKO seit 2007 die HPV-Impfung für Mädchen im Alter von 9-14 Jahren [RKI 2007]. Diese soll insbesondere für HPV-assoziierte Tumoren zu einer Reduktion von Vorstufen und damit langfristig auch invasiver Karzinome beitragen. Für impfberechtigte Kohorten konnten wir bereits ein Rückgang der Inzidenz des Zervixkarzinoms inklusive Vorstufen um 24 % berichten [Grieger et al. 2024]. In dieser Untersuchung konnten Daten bis zum Jahr 2018 berücksichtigt werden, sodass potenzielle Effekte der HPV-Impfung bis zu einem Alter von 28 Jahren abgebildet werden konnten.
Ergänzend gibt es in Deutschland ein Früherkennungsprogramm, in dem Frauen zwischen 20 und 34 Jahren jährlichen eine zytologische Untersuchung (PAP-Abstrich) in Anspruch nehmen können. Seit 2020 wird für Frauen ab 35 Jahren zudem eine Kombinationsuntersuchung aus PAP-Abstrich und HPV-Test in einem 3-Jahres-Intervall angeboten [G-BA 2025].
Da diese Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen vor allem jüngere Alterskohorten betreffen, ist eine differenzierte Betrachtung der Inzidenz- und Fallzahlentwicklung in dieser Altersgruppe notwendig. Auch für die zeitlichen Trends von gynäkologischen Tumoren, die nicht HPV-assoziiert sind, wie das Endometrium- oder das Ovarialkarzinom, ist die Evidenzlage besondere für junge Altersgruppen gering.
Wir wollen daher die zeitlichen Entwicklungen der Krebsneuerkrankungen für gynäkologische Tumoren bei Personen unter 50 Jahren analysieren und diese Entwicklungen im Kontext demographischer Veränderungen sowie von Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen interpretieren. Das Mammakarzinom wird aufgrund seiner hohen Häufigkeit und eigener Präventions- und Früherkennungsstrukturen separat ausgewertet und ist nicht Teil dieser Analyse.
Darüber hinaus soll ein Update der Analysen zu möglichen Effekten der HPV-Impfung auf die Inzidenz des Zervixkarzinoms unter Berücksichtigung der aktuellsten verfügbaren Krebsregisterdaten bis zum Jahr 2023 erfolgen. Durch den erweiterten Beobachtungszeitraum und die zunehmende Abdeckung weiterer impfberechtigter Alterskohorten können Effekte der HPV-Impfung in einem breiteren Altersspektrum und über längere Zeiträume untersucht werden.
KurztitelVONKO-034 Gyn. Tumoren
AkronymVONKO-034 Gyn. Tumoren
StatusLaufend
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende29.01.2628.01.28

UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung

2015 einigten sich UN-Mitgliedstaaten auf 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zur Beendigung der Armut, zum Schutz des Planeten und zur Förderung des allgemeinen Wohlstands. Die Arbeit dieses Projekts leistet einen Beitrag zu folgendem(n) SDG(s):

  1. SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
    SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Profilbereich: Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung (ZBV)

DFG-Fachsystematik

  • 2.22-02 Public Health, gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
  • 2.22-14 Hämatologie, Onkologie
  • 2.22-21 Gynäkologie und Geburtshilfe
  • 2.22-01 Epidemiologie, Medizinische Biometrie/Statistik

Eigene Keywords der Institute, Kliniken und Arbeitsgruppen

  • Sozialmedizin FB II - Epidemiologie und Versorgung chronischer Krankheiten, Krankheitsregister

ASJC Scopus Fachgebiete

  • Epidemiologie
  • Geburtshilfe und Gynäkologie
  • Onkologie

Fingerprint

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