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VONKO-030: A Resectable GALLbladder and bile duct cancer studY based on real-world data from federal state cancer registries in Germany (ReGALLY)

Projekt: Industrie- und Entwicklungsprojekte Industrieprojekte

Projektdaten

Projektbeschreibung

Krebserkrankungen der Gallenwege (biliary tract cancers, BTC) – einschließlich des Gallenblasenkarzinoms (GBC) und der Cholangiokarzinome – bilden eine Gruppe von seltenen, biologisch heterogenen Malignomen. Das Cholangiokarzinom wird üblicherweise nach anatomischen Subtypen in das intrahepatische CCA (iCCA), das aus den Gallengängen innerhalb der Leber entsteht, und das extrahepatische CCA (eCCA), das aus den Gallengängen außerhalb der Leber entsteht, unterteilt [Vogel et al. 2009]. Diese Subtypen unterscheiden sich hinsichtlich des typischen klinischen Erscheinungsbildes, der chirurgischen Ansätze und der Rezidivmuster, was zu einer erheblichen klinischen Heterogenität bei der kurativen Behandlung beiträgt [Vogel et al. 2009, Lamarca et al. 2018].


Über alle Subtypen hinweg sind BTC seltene Krebsarten und gehen mit einer insgesamt schlechten Prognose einher [Vogel et al. 2009, Lamarca et al. 2018]. Für Deutschland werden für das Jahr 2023 rohe BTC-Inzidenz- und Mortalitätsraten von 5,4 (Frauen) bis 5,8 (Männer) pro 100.000 und im Bereich von 4,3 (Frauen) bis 4,1 (Männer) pro 100.000 berichtet [RKI und DKR 2025]. Abgesehen von ihrer Seltenheit stellen BTC eine besondere Herausforderung dar, da die Gewinnung von Evidenz schwierig ist: Die Patient*innenzahlen pro Subtyp und Stadium sind begrenzt, der Fallmix variiert zwischen den Zentren und in der Vergangenheit gab es einen relativen Mangel an großen randomisierten Datensätzen, die die Routineversorgung vollständig repräsentieren, insbesondere im kurativen Bereich und für seltenere Subgruppen [Vogel et al. 2009, Lamarca et al. 2018].

Bei Patient*innen mit einer resektablen Erkrankung bleibt die chirurgische Resektion der Eckpfeiler einer potenziell kurativen Behandlung, wobei die Prognose von der Tumorlokalisation, dem Stadium, der Lymphknotenbefall und dem lokalen Resektionsstatus (R0/R1) sowie von patientenbezogenen Faktoren wie der körperlichen Verfassung und Begleiterkrankungen beeinflusst wird [Vogel et al. 2009]. Trotz vollständiger makroskopischer Resektion kommt es bei vielen Patient*innen zu Rezidiven, was das Interesse an perioperativen systemischen Behandlungsstrategien geweckt hat. In diesem Zusammenhang waren die Erkenntnisse aus der BILCAP-Studie, in der adjuvantes Capecitabin nach einer kurativ beabsichtigten Resektion untersucht wurde, maßgeblich und spiegeln sich in Leitlinienempfehlungen und Überlegungen zur klinischen Praxis wider [Vogel et al. 2009, Primrose et al. 2019]. Dennoch ist die routinemäßige Versorgung nicht für alle BTC-Subtypen einheitlich, und Entscheidungen über die perioperative Therapie können je nach Stadium, Randstatus, Lymphknotenstatus, postoperativer Genesung und lokaler multidisziplinärer Praxis variieren [Vogel et al. 2009].

Der „real-world“ Behandlungsverlauf bei BTC mit kurativer Absicht geht oft über die erste Operation hinaus. In der Routinepraxis können bei Patient*innen Unterschiede hinsichtlich des Zeitpunkts der Erstbehandlung (z. B. der Zeitspanne von der Diagnose bis zur Operation oder von der Operation bis zur adjuvanten Therapie), der Auswahl und Dauer systemischer Therapien sowie der Behandlung von Rezidiven mit nachfolgenden Therapielinien auftreten. Diese Aspekte sind klinisch bedeutsam, da sie beeinflussen, wie Patient*innen die Behandlungswege durchlaufen, und sie prägen die in der Praxis beobachteten Ergebnisse. Allerdings sind solche Informationen auf Behandlungsebene in traditionellen klinischen Studiendaten oft unvollständig erfasst und werden in kleineren institutionellen Serien möglicherweise nicht konsistent erfasst.

Insbesondere in Deutschland gibt es nur wenige bevölkerungsbezogene Erkenntnisse darüber, wie Patient*innen mit resektablem BTC über Regionen und Zeiträume hinweg behandelt werden, einschließlich der Verteilung der primären Behandlungsmodalitäten (z. B. alleinige Operation versus Operation mit perioperativer systemischer Therapie), des Einsatzes und des Zeitpunkts der Folgebehandlung bei Rezidiv sowie der in der Routineversorgung erzielten Ergebnisse. Zwar liefern globale Phase-III- und multinationale Real-World-Studien wertvolle Erkenntnisse und Vergleichswerte, doch können sie möglicherweise keine deutschlandspezifischen Fragen zur Versorgungsabwicklung, zur Behandlungsabfolge und zur Zeit bis zur Behandlung im Kontext des deutschen Gesundheitssystems klären. Daher ist eine deutschlandspezifische, registerbasierte Auswertung erforderlich, um die Behandlungswege, den zeitlichen Ablauf und die Ergebnisse in der Routineversorgung bei resektablem BTC umfassend zu beschreiben und Evidenzlücken zu identifizieren, die diese Studie schließen soll.

Die ReGALLY-Studie nutzt harmonisierte und gepoolte, faktisch anonymisierte Individualdaten aus deutschen Landeskrebsregistern (oBDS-LKR), ergänzt durch deutschlandweite Datensätze des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) am Robert Koch-Institut (oBDS-ZfKD sowie epidemiologisch Datensatz). Dieser Ansatz erlaubt eine umfassende Beschreibung von Therapiesequenzen und klinischen Endpunkten (z. B. Gesamtüberleben, Progression bzw. Rezidiv) bei resektablen BTC sowie die Analyse langfristiger Trends in Inzidenz, Mortalität, Stadienverteilung und Überleben ab dem Jahr 2005.

Analysiert werden unter anderem Versorgungspfade, Zeitintervalle bis zum Therapiebeginn, Überlebensendpunkte in relevanten Subgruppen sowie zeitliche Trends. Durch die Bereitstellung belastbarer, populationsbasierter Evidenz aus Versorgungsnahen Daten aus mehreren deutschen Krebsregistern wird die ReGALLY-Studie wesentlich zum besseren Verständnis der Versorgungspraxis bei resektablen BTC beitragen. Die gewonnenen Erkenntnisse können zukünftige Forschungsprioritäten unterstützen und Ansatzpunkte für qualitätsverbessernde Maßnahmen in der Versorgung identifizieren.
KurztitelVONKO-030 Galle
AkronymVONKO-030 ReGALLY
StatusLaufend
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende01.05.2631.05.27

UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung

2015 einigten sich UN-Mitgliedstaaten auf 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zur Beendigung der Armut, zum Schutz des Planeten und zur Förderung des allgemeinen Wohlstands. Die Arbeit dieses Projekts leistet einen Beitrag zu folgendem(n) SDG(s):

  1. SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
    SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

Mittelgeber

  • Industriepartnerschaften

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Profilbereich: Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung (ZBV)

DFG-Fachsystematik

  • 2.22-02 Public Health, gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
  • 2.22-14 Hämatologie, Onkologie
  • 2.22-01 Epidemiologie, Medizinische Biometrie/Statistik

Eigene Keywords der Institute, Kliniken und Arbeitsgruppen

  • Sozialmedizin FB II - Epidemiologie und Versorgung chronischer Krankheiten, Krankheitsregister

ASJC Scopus Fachgebiete

  • Onkologie
  • Innere Medizin
  • Epidemiologie