Rehabilitationszugang und -nutzen bei Rückenschmerz: Eine Kohortenstudie

Projekt: DFG-ProjekteDFG Einzelförderungen

Projektdetails

Projektbeschreibung

Bei eingeschränkter oder bedrohter Erwerbsfähigkeit können Leistungen zur medizinischen Rehabilitation beantragt werden. Diese Leistungen liegen in der Verantwortung der Deutschen Rentenversicherung und zielen auf Verbesserung oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit. Durchgeführt werden diese Leistungen v. a. aufgrund muskuloskelettaler Erkrankungen, insbesondere von Rückenschmerzen. Der bedarfsgerechte Zugang zur medizinischen Rehabilitation wird kritisch diskutiert, da Rehabilitationsbedarf offenbar nicht zwingend zur Antragstellung führt: Jede zweite Person, die in Erwerbsminderungsrente geht, hat im Vorfeld keine medizinische Rehabilitation erhalten. Aktuelle Studien zu Barrieren der Beantragung medizinischer Rehabilitationsleistungen gibt es jedoch nicht. Zudem haben kontrollierte Studien, die Personen mit und ohne Rehabilitation verglichen haben, widersprüchliche Befunde zur Wirksamkeit medizinischer Rehabilitation generiert. Allerdings war das Setting dieser Studien auf spezifische Einrichtungen beschränkt bzw. regional eng eingegrenzt, sodass sich daraus keine verallgemeinerbaren Aussagen zur Wirksamkeit der Rehabilitation ableiten lassen. Unsere Kohortenstudie verfolgt vor diesem Hintergrund zwei wesentliche Ziele: Erstens werden Zugangsbarrieren zur medizinischen Rehabilitation untersucht. Zweitens wollen wir mittels eines Propensity Score Matchings den Nutzen (Effectiveness) medizinischer Rehabilitation überprüfen. Die Ziehung der Stichprobe erfolgt bei zwei beteiligten Rentenversicherungsträgern (Deutsche Rentenversicherung Nord: n = 22.500, Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland: n = 22.500). Die Stichprobe berücksichtigt 45- bis 59-jährige erwerbstätige Personen (geschichtet nach Geschlecht und Krankengeldbezugsdauer). Ausgeschlossen werden Personen mit beantragten oder durchgeführten medizinischen Rehabilitationsleistungen innerhalb der letzten vier Jahre und Personen mit bereits beantragen oder bewilligten Rentenleistungen. In 2016 erfolgt die Erstbefragung. Der erste Teil des Fragebogens erfasst die 3-Monats-Prävalenz von Rückenschmerzen und erlaubt eine Schmerzgraduierung (Level 0, Grad I bis IV). Der zweite Teil des Fragebogens erfasst mögliche Barrieren der Rehabilitationsinanspruchnahme sowie die Ausgangswerte der primären und sekundären Zielkriterien (Schmerz, Gesundheit und Arbeitsfähigkeit). Nur Personen mit Rückschmerzen (Grad I bis IV; n = 5.760) werden nachverfolgt. Die Inanspruchnahme medizinischer Rehabilitation in 2016 und 2017 wird aus den Versichertenkonten extrahiert. Eine zweite schriftliche Befragung wird in 2018 durchgeführt, um den Nutzen (Effectiveness) medizinischer Rehabilitation hinsichtlich verschiedener Zielkriterien zu erfassen. Zusätzliche sekundäre Zielkriterien werden aus den Versichertenkonten extrahiert (Krankengeldtage, Tage mit versicherungspflichtiger Beschäftigung, Erwerbsminderungsrenten).
Akronymrehab-bp
Statusabgeschlossen
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende01.01.1631.12.19

Partner

  • Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg (Co-PI)

UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung

2015 einigten sich UN-Mitgliedstaaten auf 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zur Beendigung der Armut, zum Schutz des Planeten und zur Förderung des allgemeinen Wohlstands. Die Arbeit dieses Projekts leistet einen Beitrag zu folgendem(n) SDG(s):

  • SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Profilbereich: Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung (ZBV)

DFG-Fachsystematik

  • 205-02 Public Health, medizinische Versorgungsforschung, Sozialmedizin

Fingerprint

Erkunden Sie die Forschungsthemen zu diesem Projekt. Diese Zuordnungen werden Bewilligungen und Fördermitteln entsprechend generiert. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Fingerprint.