Zur Hauptnavigation wechseln Zur Suche wechseln Zum Hauptinhalt wechseln

Mortalität und assoziierte Merkmale bei einer Erwachsenenbevölkerung mit psychischen Störungen

  • John, Ulrich (Projektleiter*in (PI))
  • John, Ulrich (Projektleiter*in (PI))
  • Rumpf, Hans-Jürgen (Projektleiter*in (PI))

Projekt: DFG EinzelprojekteDFG Einzelförderungen (Sachbeihilfen)

Projektdaten

Projektbeschreibung

Der Stand der Forschung zeigt, dass psychisch kranke Menschen früher versterben als psychisch gesunde. Begrenzt ist das Wissen dadurch, dass die epidemiologischen Studien keine moderne standardisierte Diagnostik nutzten, dass differenzierte Informationen zu gesundheitsriskantem Verhalten fehlen, insbesondere zu Tabakrauchen und Alkoholkonsum, dass Befunde zu somatoformen Störungen fehlen und dass Wissen zur Inanspruchnahme psychiatrischer und weiterer medizinischer Versorgung in Bezug auf Mortalitätsrisiken fehlt. Daher umfassten zwei Vorarbeiten der Antragsteller erstens eine Basiserhebung mit standardisierter psychiatrischer Diagnostik nach DSM-IV sowie ICD-10 in einer Zufallsstichprobe von 4075 Personen der 18- bis 64-jährigen Bevölkerung einer norddeutschen Region im Jahr 1996. Die zweite Vorarbeit hatte die Prüfung der Mortalität unter denjenigen in der Stichprobe zum Inhalt, die als jemals im Leben alkoholabhängig in der Basiserhebung diagnostiziert worden waren. Die zweite Vorstudie belegt die Realisierbarkeit des Vorhabens. Seine Ziele lauten, erstens die Mortalitätsraten pro einzelner Diagnose innerhalb dreier Gruppen - Personen mit Störungen durch psychotrope Substanzen, affektive Störungen, somatoforme Störungen - 20 Jahre nach der Erstuntersuchung zu bestimmen. Zweitens werden lebende mit verstorbenen Personen inklusive Überlebenszeit seit der Basiserhebung verglichen hinsichtlich einzelner Merkmale des Tabakrauchens und Alkoholkonsums. Drittens wird geprüft, ob die gleiche Lebenszeitexposition gegenüber Tabakrauch mit oder ohne Tabakabhängigkeit zu unterschiedlichen Mortalitätsrisiken führen kann. Viertens werden Mortalitätsrisiken bei somatoformen Störungen in Vergleich zur Bevölkerung ohne eine dieser Diagnosen analysiert. Fünftens wird die Inanspruchnahme psychiatrischer und anderer medizinischer Versorgung bis zur Basiserhebung untersucht in Bezug auf das Mortalitätsrisiko bei einzelnen psychischen Störungen. Das Arbeitsprogramm umfasst die Prüfung des Vitalstatus, d. h. ob die jeweilige in der Basisuntersuchung befragte Person im Jahr 2016 lebt. Falls sie verstarb, werden aus den Todesbescheinigungen Sterbedatum und Diagnosen von Erkrankungen erhoben, die zum Tode beigetragen oder ihn unmittelbar herbeigeführt haben. Die Arbeiten umfassen insbesondere Adressrecherchen sowie Publikationstätigkeiten zu allen einzelnen Zielen der Studie.

Ergebnisbericht

Ziel des Projektes war, neue Erkenntnisse zu Sterbewahrscheinlichkeit und Lebensdauern bei Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen im Vergleich zu Menschen ohne diese Erkrankungen zu liefern. Dabei sollten Suchtkrankheiten einen Fokus bilden. Zur Verfügung stand eine vor 20 Jahren untersuchte Zufallsstichprobe einer Erwachsenenbevölkerung in Norddeutschland. Für die Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen waren psychiatrische Diagnosen mittels eines standardisierten Interviews erstellt worden. Nun bestand das Arbeitsprogramm darin, den Vitalstatus der Menschen in der Stichprobe zu bestimmen. Wir überprüften, ob und gegebenenfalls wann sie im Laufe der 20 Jahre gestorben sind. Für die Verstorbenen wurden die Todesbescheinigungen analysiert. Die Ergebnisse zeigen eine höhere Zahl an Verstorbenen unter Menschen mit einzelnen psychischen Störungen, insbesondere Suchterkrankungen, im Vergleich zu Menschen ohne diese Störungen. Die Datenanalysen zur sehr stark verkürzten Lebenszeit bei „schwerer" Abhängigkeit und bei Abstinenz von Alkohol zeigen eine besonders hohe Bedeutung der Befunde für Public Health, für ein Überdenken des Krankenversorgungssystems und für das Erfordernis von Prävention chronischer Krankheiten in Bevölkerungen, auch über psychische Störungen hinaus.
Statusabgeschlossen
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende01.01.1731.12.22

UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung

2015 einigten sich UN-Mitgliedstaaten auf 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zur Beendigung der Armut, zum Schutz des Planeten und zur Förderung des allgemeinen Wohlstands. Die Arbeit dieses Projekts leistet einen Beitrag zu folgendem(n) SDG(s):

  1. SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
    SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

Mittelgeber

  • DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Forschungsschwerpunkt: Gehirn, Hormone, Verhalten - Center for Brain, Behavior and Metabolism (CBBM)

DFG-Fachsystematik

  • 2.22-01 Epidemiologie, Medizinische Biometrie/Statistik

ASJC Scopus Fachgebiete

  • Psychiatrie und psychische Gesundheit

Fingerprint

Erkunden Sie die Forschungsthemen zu diesem Projekt. Diese Zuordnungen werden Bewilligungen und Fördermitteln entsprechend generiert. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Fingerprint.