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Renate-Maaß-Forschungspreis 2015

  • Lill, Christina Maria (Preisträger*in)

Auszeichnung: Preise der Universität zu Lübeck

Allg. Beschreibung

Dr. med. Christina M. Lill wird für ihre Forschungsarbeiten zur Aufklärung des genetischen Risikoprofils der Parkinson-Krankheit und der Multiplen Sklerose mit dem Renate-Maaß-Forschungspreis ausgezeichnet. Für diese beiden Krankheiten hat sie am Institut für Neurogenetik der Universität zu Lübeck (Leiterin: Prof. Dr. med. Christine Klein) an der Plattform für Genomanalytik genetische Forschungsprojekte bearbeitet und veröffentlicht.
So hat sie anhand der Daten von 3.200 Parkinson-Patienten aus Dänemark den Einfluss von Risikogenen auf das Erkrankungsalter bei der Parkinson-Krankheit untersucht und konnte zwei Gene identifizieren, die einen substantiellen Effekt auf das Erkrankungsalter haben (Lill et al, Movement Disorders, 2015). Angesichts der jährlichen Kosten der Parkinson-Krankheit in Deutschland von durchschnittlich mehr als 17.000 Euro pro Patient erscheint die Entwicklung einer Therapie, die den Effekten dieser Genveränderungen entgegensteuert und zu einer Verzögerung des Erkrankungsalters führt, nicht nur für den einzelnen Patienten, sondern auch auf gesundheitsökonomischer Ebene lohnenswert.

Für die Suche nach neuen Risikogenen für die Multiple Sklerose hat Frau Dr. Lill über 20.000 MS-Patienten und Kontrollpersonen aus Westeuropa (darunter etwa 7.000 Personen aus Deutschland) und Russland untersucht. Für sieben der untersuchten elf Gene konnte eine Modifikation des MS-Risikos festgestellt werden (Lill et al, Journal of Medical Genetics, 2015). Fast alle dieser Gene spielen auch in anderen Autoimmunerkrankungen eine Rolle. Somit könnte die Entwicklung von Therapeutika, die Mechanismen nutzen, in denen diese Gene eine Rolle spielen, auch für andere Autoimmunerkrankungen von Bedeutung sein. Für künftige Forschungen ist beispielsweise von Interesse, ob die Kenntnisse über die vererblichen und nicht-vererblichen Risikofaktoren für die Erkennung von Personen mit hohem Erkrankungsrisiko genutzt werden können, was eine essentielle Voraussetzung für die Entwicklung besserer Früherkennungs- und Therapiestrategien ist.

Dr. Christina Lill, 1979 geboren, studierte 1999 – 2005 als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und an der Ludwig-Maximilians-Universität München und schloss mit dem Staatsexsamen ab. Sie erarbeitete 2006 – 2007 mit einem Promotionsstipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) am Massachusetts Institute for Neurodegenerative Disease, Harvard Medical School, Charlestown, USA ihre Promotion zum Dr. med..

Die Förderungen der Renate-Maaß-Stiftung sind der Würdigung der Lübecker Hirnforschung und ihrer Wissenschaftler*innen gewidmet. Die Universität zu Lübeck zeichnet durch die Zustiftung jährlich eine/n Preisträger*in mit dem Renate-Maaß-Forschungspreis aus. Die Förderung umfasst 3.000 Euro.
BekanntheitsgradLokal
Förderer/MittelgeberRenate-Maaß-Stiftung Lübeck

Verliehen bei Veranstaltung

EreignistitelVerleihung der Universitätspreise 2015
OrtRathaus der Hansestadt Lübeck, Lübeck, DeutschlandAuf Karte anzeigen
Zeitraum04.11.2015

Strategische Forschungsbereiche und Zentren

  • Querschnittsbereich: Medizinische Genetik

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