Drittmittelprojekt "Cells for Future" erfolgreich abgeschlossen - Anwendungen in Biomedizin, Biostoff- und Nahrungsmittelproduktion
Forscherinnen und Forscher des Instituts für Medizinische und Marine Biotechnologie der Universität haben ein extern finanziertes Drittmittelprojekt im Bereich der Nachhaltigen Biotechnologie erfolgreich abgeschlossen. „Cells for Future“ startete 2022. Das Ziel: Methoden und Technologien für eine Bioreaktor-basierte Zellvermehrung zu etablieren. Die gewonnene Biomasse soll für Anwendungen in der Biomedizin, der Biostoffproduktion und der Nahrungsmittelproduktion einsetzbar sein.
Auftraggeber war das junge Lübecker Unternehmen CellTec Systems GmbH, ein Spin-off der Universität zu Lübeck und der Fraunhofer Gesellschaft. Das Institut für Medizinische und Marine Biotechnologie (IMMB), das sich aufgrund seiner technologischen Ausrichtung vor allem auf Transferprojekte konzentriert, konnte damit sein bisher größtes Projekt abschließen und in den vergangenen vier Jahren ca. 450.000 Euro inklusive der darin enthaltenen Overheads von 160.000 Euro akquirieren.
Die erreichten Meilensteine des Projektes ebnen nicht nur den Weg für den Transfer der Technologien in die Industrie, sondern erbrachten auch interessante wissenschaftliche Erkenntnisse zur Zellbiologie.
Alternative Proteinquelle für künftiges „Cultivated Meat“
Konkret konnte gezeigt werden, dass die von den Forschenden gewonnenen Zellpopulationen aus Rinderhaut sich als alternative Proteinquelle für künftiges „Cultivated Meat“ eignen, also zur Nutzung von Zellbiomasse als Nahrungsmittel. Denn diese Zellen besitzen nicht nur ein robustes Vermehrungspotential sondern verfügten auch über Stammzelleigenschaften. Die Forschenden konnten zeigen, dass sich diese Rinderzellen bei gezielter Nährstoffzufuhr zu Fettvorläuferzellen differenzieren konnten. Ein wichtiger Schritt, da die Zellen damit zu zentralen Trägern des Geschmacks werden und zugleich die Textur des Endprodukts unterstützen.